Ausstellung: 200 Jahre – Der Wiener Kongress und die Sklavenfrage

Am 8. Februar 1815 wurde in Wien am Wiener Kongress die Abschaffung des Sklavenhandels beschlossen, welche in der Schlussakte vom 9. Juni 1815 veröffentlicht wurde. Dessen 200-Jahrestag erinnern wir heuer. Immerhin begann eine über 300 Jahre Unrechtsgeschichte, in deren Verlauf 11 Millionen afrikanische Kinder, Frauen und Männer (!) in die Amerikas verschleppt wurden, als legitimes Modell der Plantagenarbeit auszulaufen. Im 19. Jahrhundert betrieb man allerdings den Sklavenhandel illegal weiter, die britische Marine kontrollierte die illegalen Sklaventransporte, „befreite“ die Sklaven – sie wurden auf einen bis zu 14 Jahren langen Dienst in der britischen Marine zwangsverpflichtet. Weiter arbeiteten Sklaven auf den Zuckerrohrplantagen in der Karibik, den Kaffeeplantagen in Brasilien oder den Baumwollfeldern im Süden der USA.

Dort, wo es Sklaverei war, gab es auch immer auch Krieg und Widerstand. Die nach Südamerika gebrachten Sklaven und Sklavinnen entflohen in den Dschungel, kämpften jahrzehntelang gegen die Sklavenhalter, wie gegen die Niederländer im heutigen Suriname oder gegen die Spanier in Kolumbien. Dort bildeten sie Wehrdörfer, so genannte Palenques. In San Basilio de Palenque, ein Ort in Kolumbien, leben heute noch die Nachkommen der Marroons oder Cimarrones, jener entlaufenen Sklaven, die das Palenquero sprechen, das von der Unesco in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommene wurde.

Die Ausstellung wurde zwischen 23. und 30. April im Festsaal von insgesamt 16 Geschichteklassen (einschließlich dem WPF global studies, WPF-GSP) im Festsaal besucht. Dank an Mag. Dr. Christian Cwik, ein ehemaliger Schüler der Stubenbastei, der heute Geschichte in Trinidad & Tobago lehrt – er hat uns diese Ausstellung und alle Dokumente zur Verfügung gestellt.

Die SchülerInnen hörten auch mehrere Musikbeispiele aus der Karibik. Musik von den Nachkommen der ehemaligen Sklaven. Vor allem der Song Buffalo Soldier des genialen Jamaikaners Bob Marley: Der Text fasst die Ausstellung eindringlich zusammen: Buffalo soldier, dreadlock rasta/There was a buffalo soldier in the heart of America/Stolen from Africa, brought to America/Fighting on arrival, fighting for survival… I’m just a buffalo soldier in the heart of America/Stolen from Africa, brought to America…

 


 

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