Franz West – Ein Ausstellungsbesuch

Franz West | Wo ist mein Achter?

„Alles was wir sehen, könnte auch anders sein“ (Franz West, 1988)

Am 4.4. 2013 besuchten die SchülerInnen und Schüler der 4B die Ausstellung „Franz West, Wo ist mein Achter?“ im MUMOK. Neben einem ersten Kennenlernen von Franz Wests Arbeiten, standen besonders das „Benützen“ und die „Wahrnehmung“ seiner Kunst im Zentrum des Ausstellungsbesuchs. Im Rahmen der Führung mit den Kunstvermittlerinnen des MUMOK erfuhren die Schülerinnen und Schüler unter anderem, dass Franz West mit „Benützen“ auch ein „gedankliches Benützen“ –„Nachdenken“ ebenso wie „Erfinden“, „Spielen“ mit Wörtern, Bedeutungen und Gegenständen meint. Sie beschäftigten sich auch mit der Frage, warum manche der Objekte zum Anfassen sind, während andere wiederum nicht berührt werden dürfen. Anschließend erkundeten sie selbstständig die Ausstellungsräume und verfassten einen inneren Monolog zu einem selbstgewählten Werk.

Passstück | 1976 (2006 Abguss)

Hui… ist mir schwindelig. Es macht aber Spaß. Werde ich allerdings fallen gelassen, haue ich mir den Kopf an. Die anderen Ausstellungsstücke sind sehr arrogant und lassen sich nicht von den BesucherInnen angreifen. Es ist aber langweilig, dass mich die Besucher nur drehen dürfen. Ich bin 6er und 9er zugleich! Oder doch ein Horn. Jeder denkt sich was Neues! (Monika)
Seit ca. 2 Monaten liege ich jetzt hier. Nicht, dass es mir nicht gefällt – nein, ich bekomme ja oft Besuch. Immer werde ich herumgewirbelt…und alles wird immer schräger. Es kommen Leute, die die allerschrägsten Dinge mit mir veranstalten. Und oft werde ich fallen gelassen – das ist kein Spaß! Langsam wird es mir wirklich zu bunt. Und immer bin ich dran, immer werde ich verwendet – die anderen Ausstellungsstücke haben es besser. Irgendwie habe mich damit abgefunden, dass mein Leben eher eintönig sein wird. Aber wer weiß, was noch passiert. Ich lasse mich überraschen. (Lili)

Ephiphanie an Stühlen | 2011

Ich bin pink und sehe aus wie ein abgelutschtes Zuckerl mit verrosteten Nägeln drin. Bäh! Die Stühle, die neben mir stehen, sind aus Bambus. Wer sich vor mich hinsetzt denkt sich: „Oh…wie lieb…wie in meiner Kindheit!“ Das macht mich traurig, weil ich ein Kunstwerk und kein Spielzeug bin. Ich würde gerne auch mal woanders hin, zum Beispiel in ein Wohnzimmer. (Naomi)
Ich fühle mich fluffy, pink wie ein süßes Ding. Ich hänge von der Decke und berühre den Boden nicht. Ich habe 7 Arme oder sind das etwa doch Beine? Neben mir stehen zwei Stühle am Boden. Wieso beobachten mich alle? Alle Besucher sind sehr beeindruckt von mir. Nur einmal hat mich jemand übersehen und ist voll in mich hineingerannt. Aua! Ich wurde von dem Künstler Franz West entworfen. Danke Papa! (Hanna)

ohne Titel | 2012
Warum sitzen all diese Leute auf mir und machen Fotos? Von hier oben schauen alle so klein aus… und es ist so wahnsinnig hell. Irgendjemand muss mich hellblau lackiert haben. Seit wann bin ich so? Alle anderen Kunstwerke in diesem Raum sind auch so bunt wie ich: rosa, orange, grün, gelb… Jeden Tag kommen neue Besucher und setzten sich auf mich drauf. Hoffentlich werde ich nicht kaputt. Einmal ist jemand sogar auf mich rauf geklettert und runtergefallen, aber er hat sich nichts gebrochen. Zum Glück stehen Leute mit schwarz-weißem Gewand herum und bewachen mich und meine Freunde. Und jetzt gerade sitzen SchülerInnen auf mir und schreiben auf irgendeinen komischen Zettel… (Gwen)

Ohne Titel |2012

Ich stehe abseits des Raumes. Alleine! Weiß und aus Plastik und Metall. Eigentlich fühlt man mich kaum, doch kann man sich bei mir erholen. Etwas schwer und hart und doch gemütlich. Ich sehe andere große Kunstwerke, wie den rosa Ball, der von der Decke hängt. Ich werde stets beobachtet, ob bei Tag oder Nacht. Ständig! (Magdalena)
Ich stehe alleine in einer Ecke. Keiner nimmt mich wahr. Deswegen bin ich traurig. Ich sehe sehr gut auf die ganze Ausstellung. Besonders gut sehe ich das Orangene. Ich bin weiß und falle eigentlich kaum auf. Auf mir gesessen sind allerdings schon einige. Unter anderem mein Meister, aber auch schon viele MuseumsbesucherInnen. (Luise)

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