Relais de la Mémoire in Tournai, Belgien

Rote Backsteinhäuser, überall Baustellen, eine riesige Cathédrale, flaumige Waffeln am Grande Place, eine Schule, die sich anfühlte wie Hogwarts, drei Tage Französisch hören, Französisch sprechen, Französisch denken. In der Fritterie war eine „kleine Portion“ Pommes schon riesig, und das ganze Restaurant war voll mit jungen, interessierten, französischen, belgischen und Wiener Jugendlichen, voll mit Lachen und leuchtenden Augen, nämlich uns, die bei Relais mitmachen. Aus Fremden wurden Freunde, sprachliche Barrieren (wenn vorhanden) wurden überbrückt mit Sprachmélangen. Lachen ist international. Die drei Tage waren zwei Wochen, gemessen an Intensität und Kurzweiligkeit. Die erste Schulreise in der Oberstufe – wir waren schon ausgehungert nach dem Unbekannten. Wir lernten in Kleingruppen über verschiedene Genozide und Minderheiten (das Jahresthema) von Zeitzeugen aus Rwanda, Belgien, einem Kriegskind aus Frankreich, und vielen mehr. Am nächsten Tag verarbeiteten wir dieses doch sehr schwere und traurige Thema in Kreativ-Workshops, um einen andere Zugang dazu zu bekommen. Wir sangen „Imagine“, malten, schrieben, machten Impro-Theater, designten, kreierten und präsentierten dies anschließend. Das Interview, das unsere Gruppe vor ein paar Wochen mit Jürgen Pettinger (Journalist und Autor von „Franz – Schwul unterm Hakenkreuz“) geführt hat, war die Basis unserer Präsentation über „Homosexualität – früher und heute“, die wir auf Französisch und Englisch hielten. Eine wunderbare Erfahrung, kein Vergleich zu den Online-Treffen der letzten Jahren. Ich freue mich schon sehr auf das nächste Mal im November in Marseille. Ich freue mich darauf, meine frischgeknüpften Freundschaften zu vertiefen und viel über das neue Jahresthema „Leben und Überlegen in Krisen und Kriegszeiten“ zu erfahren.

 

Anna Rotter (7c)

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