Hoher Stein – doch höher, als erwartet

Der längere Anfahrtsweg durch die zugegebenermaßen malerische Wachau (Weltkulturerbe) hat sich gelohnt: Nach einer halbstündigen Wanderung stehen wir auf einer Anhöhe im Dunkelsteiner Wald mit toller Fernsicht bis ins Alpenvorland, aber von Felsen oder einem Hohen Stein ist weit und breit nichts zu sehen. Wir verließen uns auf Dani und Hannes, die behaupteten, schon öfters dagewesen zu sein. Und tatsächlich: Nach einigen Minuten Gehzeit tauchte aus dem Wald eine Felsenstadt aus Türmchen, Mauern und Schluchten auf und uns war klar, da wollen wir rauf!
Jetzt ging es um das Material: Die Schuhe waren eng, der Gurt musste optimal sitzen, und Helme in verschiedenen Farben waren auch dabei, dann noch Karabiner in verschiedenen Größen und nicht zu vergessen das Wichtigste – das Seil. Die Knoten machten uns keine Schwierigkeiten und somit stand unserem Auftritt in der Felsenstadt nichts mehr im Wege.
Als ich an der Reihe war, stellte ich schnell fest: Die erste Kletterstelle war ordentlich kniffelig! Ich bemühte mich eine gute Figur zu machen, aber mit zunehmender Höhe schlich sich dann doch ein mulmiges Gefühl ein. Tapfer schob ich es beiseite, weil ich den Ausblick von ganz oben haben wollte. Und es war nicht umsonst! Ich fühlte mich fast ein bisschen high und beobachte die Schlepper auf der mehr grauen als blauen Donau, die ganz langsam gegen die Strömung kämpften.
Zurück auf der Erde merkte ich, dass ich erst jetzt wieder ganz entspannt war, die Finger vom rauen Felsen leicht schmerzten und sich ein paar Glückshormone sich in meinem Körper breit machten. –Gut so!

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