Die UNESCO-TAGE der 5. und 6. Klassen

Die UNESCO-TAGE der 5. und 6. Klassen am 30.11. und 01.12. 2017 standen heuer unter den Motti (1) Global Citizenship Education – Demonstrationsrecht, (2) 2017 – International Year of Sustainable Tourism for Development und (3) Kreativität.

Der Regelunterricht im Klassenverband wurde aufgelöst, die SchülerInnen konnten sich für acht verschiedene Workshops anmelden, sahen einen Dokumentarfilm zum Thema und nahmen an einer Podiumsdiskussion mit Nationalratsabgeordneten teil.

(1) Fotografieren mit Susi Krautgartner
(2) Malen und Kritzeln mit Julia Logothetis
(3) Workshop TeamFreiheit: Europäische Werte und Menschenrechte
(4) Exkursion in das Karikaturen-Museum Krems
(5) Kochen „G’sund & guat“ mit Karl Wrenkh
(6) Radiosendung produzieren mit Stella Asiimwe mit Radio Afrika TV und ORF
(7) Wirtschaft und nachhaltiger Tourismus – Talk & Discussion on Sustainabel Tourism by Kristof Tomej (Moduluniversität) im Wirtschaftsmuseum, Vogelsangstraße (+ 7ABC)
(8) Theorie und Praxis des Graffiti-Streetart Sprayens, ein Workshop mit Michael Heindl

In einem fächerübergreifenden Unterricht in allen 5. und 6. Klassen wurde in mehreren Stunden 14 Tage lang das Thema Demonstrationsrecht behandelt.

Am 01.12. wurde eine Podiumsdiskussion zum Thema Global Citizenship Education – Demonstrationsrecht in Wien abgehalten. 17 Jugendliche der 6. Klassen und die 8B haben sich für die Politik-Diskussion von 12 – 13:45 Uhr in Raum 305 interessiert. Auf dem Podium saßen:

Christoph Wiederkehr (NEOS), Rainer Trefelik (Wirtschaftskammer), Sigi Maurer (Die Grünen), Harald Jarolim (SPÖ), Alfred Noll (Liste Pilz) und Ako Pire (Offensive gegen Rechts)

Jeweils am Vormittag besuchten die 5. Klassen am 30.11. und die 6. Klassen am 01.12. das Künstlerhauskino und sahen den Dokumentarfilm Everyday Rebellion (CH, A, D 2013, 110 Minuten) der Brüder Arash & Arman T. Riahi. Herr Riahi stand nach den Filmen den SchülerInnen zu Fragen und Diskussion zur Verfügung.

(Harald Stefan (FPÖ) hatte zugesagt, musste aber wegen der Koalitionsverhandlungen absagen, ebenso gab es bei seiner Vertretung Susanne Fürst (FPÖ) Terminprobleme. Michaela Steinacker (ÖVP) wurde mehrmals angefragt, meldete sich jedoch nicht. Albert Steinhauser sagte ab, Sigi Maurer übernahm seine Vertretung)

Übers Demonstrieren diskutieren (Paula Santner, 8B)

Das Recht auf die Straße zu gehen und für seine Rechte zu demonstrieren bildet einen wichtigen Grundstein der Demokratie. Aber was bedeutet es für uns, wenn an diesem grundlegenden Recht Einschränkungen vorgenommen werden? Die Podiumsdiskussion am 1. Dezember, bei der VertreterInnen verschiedener Parteien anwesend waren, drehte sich rund um das Thema Demonstrationsrecht in Wien.

Eingeleitet wurde die Diskussion von einem kurzen Statement der anwesenden PolitikerInnen. Die Meinungen unterschieden sich nur wenig voneinander, da weder die neue Volkspartei noch die FPÖ der Einladung gefolgt waren,  einen Vertreter oder eine Vertreterin an der Diskussion teilhaben zu lassen. Allein der Vertreter der Wirtschaftskammer Rainer Trefilik stand mit seiner Meinung, dass „die Familien der Unternehmer und Arbeiter unter den Demonstrationen leiden“, alleine da. Von den übrigen Teilnehmern wurde dieses Argument mit einem Lächeln abgetan. „Mir kommen gleich die Tränen!“ warf Alfred Noll ein. Im starken Gegensatz zu Trefilik stand vor allem Sigi Maurer. Die Grünen Abgeordnete war selbst Veranstalterin  zahlreicher Demonstrationen und konnte mit eigenen Geschichten die Argumente Trefiliks weitgehend entkräften. Die Demonstration gegen den Akademikerball 2013 spielte dem Vertreter der Wirtschaftskammer hingegen in die Hände: Die eingeschlagenen „entglasten Scheiben“ in der Innenstadt bekräftigten sein Argument, dass die UnternehmerInnen unter Ausschreitungen bei Demonstrationen den größten Schaden nehmen. Alle Anwesenden sprachen sich für friedliche Demonstrationen aus und verurteilten die Ausschreitungen und Gewalt dieser WKR Demonstration

Nach einiger Zeit rückte der Gewaltaspekt in den Vordergrund. An dieser Stelle gewann Trefilik, der vorher noch alleine dastand, einen Mitstreiter auf seine Seite: Christoph Widerkehr verteidigte die Polizisten, die oft „schwer verletzt“ aus Demonstrationen hervorgingen. Sigi Maurer korrigierte diesen Ausdruck schnell. Schwer verletzt sei ein dehnbarer Begriff, beginnend bei kleinen Kratzern. Außerdem müsse man im Verhältnis dazu immer die Anzahl der verletzten Demonstranten und Demonstrantinnen beachten. Sie brachte das Gegenargument, dass die Beamten und Beamtinnen oft Geschichten erfinden, um Demonstrierende anzuzeigen. Und damit nicht genug: in den meisten Fällen würde den PolizistInnen vor Gericht Recht gegeben.  

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