Installation der Erinnerung

Wir werden uns viel zu erzählen haben, wenn wir uns einmal wiedersehen. 1

Im Sommer 2010 erfuhren wir von der Existenz der Briefe: 675 Einzelbriefe, verpackt in 106 Rundbriefe, wurden zwischen den Jahren 1938 und 1953 von ehemaligen Schülern unserer Schule verfasst.

Diese Schüler, Jahrgang 1922, besuchen im Schuljahr 1937/38 die 6B-Klasse und müssen sie nach dem Einmarsch Hitlers verlassen. Sie verabschieden sich auf der Schwedenbrücke in eine ungewisse Zukunft, sie „wissen nur, dass sie aus Wien weg müssen, jedoch den Kontakt zueinander nicht verlieren wollen. Sie versprechen einander nicht nur zu schreiben, sondern hecken einen komplizierten Plan für eine Art Rundbrief aus. Aus dem Versprechen entsteht eine erstaunliche Korrespondenz und somit ein bedeutendes historisches Dokument […] zur Exil- und Emigrationserfahrung.“ 2

Seit dem Schuljahr 2010/2011 arbeiten SchülerInnen des Wahlpflichfachs Centropa an der Installation der Erinnerung.

Die Rundbriefe
Das Hörbuch
Die Erinnerungstafeln
Die Informationstafeln
Der Festakt

Regina Erdinger und Sieglind Gabriel (2012)

 

 

 

1 Brief vom 27. Juli 1939 von Alfred Hechter aus Peta-Tiquva, Palästina, an Wilhelm Mandl
2 Univ. Prof. Jacqueline Vansant, amerikanische Germanistin an der University of Michigan-Dearborn, in ihrem Aufsatz: „Damit nie der Kontakt verloren geht“: Rundbriefe Wiener Gymnasiasten jüdischer Herkunft 1938-1942. S. 1. Prof. Vansant verdanken wir die Information über die Rundbriefe