Vorwissenschaftliches Arbeiten (7. + 8. Klasse)

Im Rahmen der neuen kompetenzorientierten Reifeprüfung ab dem Schuljahr 2014/2015 muss jeder Schüler/jede Schülerin eine „Vorwissenschaftlichen Arbeit“ (VWA) verfassen. Dabei geht es darum, Leitfragen zu formulieren und diese mit Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens zu bearbeiten. Die Themenfindung findet, unterstützt durch schulinterne Workshops, im ersten Semester der siebten Klasse statt.

Damit jeder Schüler/jede Schülerin das wissenschaftliche Arbeiten erlernen kann, bieten wir in der siebten Klasse die Unverbindliche Übung „Vorwissenschaftliches Arbeiten” an. Diese umfasst drei Module, welche geblockt abgehalten werden. Der regelmäßige Besuch der unverbindlichen Übung ist unbedingt zu empfehlen, da diese Einführung in die Praxis des wissenschaftlichen Arbeitens eine bedeutende Hilfestellung für jeden Schüler/jede Schülerin im Arbeitsprozess der VWA darstellt.

 

Modul 1: Einführung, Methoden, Recherche, Zitation

Einführung, Ziel und Umfang einer VWA

  • Wie es zur Einführung der VWA kam. Von Bologna zur VWA.
  • Die 3 Säulen der neuen RP. Rechtliche Rahmenbedingungen, Plagiat, formale Vorgaben
  • Betreuung: Rechte und Pflichten von SchülerInnen und LehrerInnen, das Verhältnis BetreuerIn/SchülerIn und Contracting
  • Textsorten und Lektüre: Monografie, Anthologie, Projektprotokoll, Abstract etc
  • Studierfähigkeit und Kompetenzen (Erwartungen der Universitäten an die Erstsemestrigen), Ziele der VWA, Partnerinstitutionen
  • Unterschied zwischen wissenschaftlicher und vorwissenschaftlicher Arbeit, Reproduktion und Produktion von Wissen
  • Beurteilungskriterien der VWA und die Kompetenzbereiche des Beurteilungs-bogens
  • Prüfungskommission und Präsentation der VWA – Auf was kommt es an?
  • Vorstellung der Homepage: ahs-vwa.at, das „5x5 der VWA“ und einiger Tutorials – zum Selbststudium, Katharina Henz – die VWA als „Gesellenstück“

Was ist Wissenschaft? Was ist vorwissenschaftlich?

  • Kriterien der Wissenschaft und die Arbeit von Wissenschaftern anhand kurzer Spielfilm- und Dokumentationssequenzen
  • Kurze Darstellung der Geschichte der Wissenschaften (Galilei, Popper)
  • Wissen, Wissenschaften, Wissenschaftskritik
  • Übungen zu den Unterrichtsfächern der Schule bezüglich ihrer Wissenschaftlichkeit und Ergebnisse der Wissenschaft (positiv und negativ)
  • Aufteilung der Wissenschaften (Formal-, Realwissenschaften etc.)
  • Grundbegriffe der Wissenschaften (Empirie, Objektivität, Hypothese, Induktion….)
  • Wissenschaftliche Textsorten (Anthologie, Monographie, Habil…)

Der Gesamtaufbau der Arbeit

  • Gesamteindruck der VWA
  • Gesamtaufbau und Seitenzählung: Präliminarien/Hauptteil/Anhang
  • Deckblatt, Widmung, Abstract
  • Der Unterschied von Vorwort und Einleitung
  • Seitennummerierung, Kapitelnummerierung, Überschriften
  • Inhaltsverzeichnis (Primär-, Sekundär- und Tertiärliteratur), Gliederung
  • Abbilder, Fotos (Urheberrecht), Bildunterschrift/Legende,
  • Verzeichnisse (Literaturverzeichnis, Glossar, Abbildungs- , Karten- und Abkürzungsverzeichnis)
  • Anhang – Was alles hineingehört
  • Selbstständigkeitserklärung

 

Zitieren

  • Welche bibliografischen Daten finde ich in einer wissenschaftlichen Publikation? (Titel, Untertitel, Autor/Autorin, Hg., Erscheinungsort, Erscheinungsjahr, Impressum, Klappentext)
  • Wozu dient der Beleg? (Kurz- und Langzitat, bzw. -beleg)
  • Was und wie viel zitieren? Direktes Zitat und Paraphrase – wie tun?
  • Die Kunst der Fußnote (richtig und falsch) und die In Text Citation
  • Auslassungen, Ergänzungen, Querverweise, Zeichensetzung
  • Unterschiedliche Zitationsmethoden – worauf es ankommt (Europäische, Amerikanische, Mischformen)
  • Abkürzungen (S., s., el al, Hg., Aufl., ebd. etc.)
  • Praktische Übungen zum Zitieren – Anlegen von Kurz- und Langtitel (Literatur, Zeitschriften, Onlineartikel, Filme…)
  • Durchsicht, Analyse und Diskussion von VWAs früherer Jahrgänge

Literatur suchen, finden, bearbeiten, ordnen

  • Wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Literatur. Unterscheidungsmekmale
  • Literaturrecherche – wie finde ich die geeignete Literatur?
  • Woran erkenne ich einen guten Autor/eine gute Autorin?
  • Bibliotheken in Wien (Entleihmodalitäten, Auffinden)
    • Universitätsbibliothek – Führung und Entleihmodalitäten im Recherchekurs (2 Stunden)
  • Die wissenschaftlichen Publikationen: Primär- Sekundärliteratur, Deckblatt und Impressum, Merkmale, AutorIn, HerausgeberInnen, Klappentext
  • Die wissenschaftliche Zeitschrift
    • Populärwissenschaftliche Zeitschriften
    • Wissenschaftliche Publikationen (online)
  • Wikipedia (- wissenschaftliche Quelle oder nicht?) Wie Wikipedia nützen, wie nicht.
  • Wissenschaftsredaktionen der öffentlichen Rundfunkanstalten (ZDF, ORF) und Zeitungen (FAZ, SDZ, NZZ, Kurier, Die Presse…)

Forschungsmethoden

  • Was ist eine Methode? Was zeichnet wissenschaftliche Methoden aus?
  • Der Unterschied zwischen wissenschaftlichen und anderen Methoden
  • Forschungsfrage und entsprechende Methodenwahl
  • Quantitative und qualitative Methoden, reaktive (Laborforschung) und nicht-reaktive (Feldforschung) Methoden
  • Häufige Methoden (Fragebogen, teilnehmende Beobachtung, Experiment etc)
  • Das qualitative Interview mit ExpertInnen (Vorbereitung, Durchführung, Transkription, Querverweise…)
  • Geisteswissenschaftliche Methoden (hermeneutisch, dialektisch, phänomenologisch…)
  • Bild- und Filmanalyse

[collapse]
Modul 2 (Wissenschaftliches Schreiben)

  • sich selbst als Schreibende kennen lernen (und die Angst vor dem leeren Blatt überwinden)
  • Zeitmanagement (realistische Einschätzung des VWA-Prozesses)
  • Arbeitsschritte der VWA und Erstellung eines individuellen Zeitplans

 

  • Überblick über Lesetechniken
  • Das Exzerpt als Textsorte (komprimieren/paraphrasieren)
  • Übungen zur Gliederung und zum roten Faden

 

  • Merkmale wissenschaftlicher Texte
  • Do you speak VWA? (vor)wissenschaftlicher Stil
  • Darstellung von fremdem Wissen: Umgang mit Zitaten im eigenen (Fließ-)Text

[collapse]
Modul 3 (Formate, EDV)

  • Verwalten großer Dokumente
  • Arbeiten mit Formatvorlagen
  • Formatierungen richtig nutzen
  • Einfügen von Zitaten
  • Erstellen von Verzeichnissen (Inhalts-, Literatur-, Abbildungs-, Quellen-Verzeichnis)

[collapse]
VADEMECUM 2.1

Das überarbeitete VADEMECUM 2.1 enthält notwendige Informationen und Hilfestellungen zur Umsetzung der VWA. 

[collapse]
Weiterführende Infos zur VWA
VWA-Tutorium 8. Klasse (unverbindliche Übung)

In der 8. Klasse wird die unverbindliche Übung „VWA-Tutorium“ angeboten. Die Blockveranstaltung findet für jede 8. Klasse dreimal im Wintersemester statt und hat das Ziel, den Schreibprozess zu begleiten. Die SchülerInnen bekommen die Möglichkeit, generelle Fragen zur VWA, aber auch konkret zu ihrer Arbeit zu stellen. In diesen offenen Fragerunden werden Unklarheiten beseitigt, Tipps gegeben und die Grundlagen wissenschaftlichen Schreibens wiederholt. Nach einem kurzen Input durch die beiden LehrerInnen widmen sich die SchülerInnen in einer längeren Arbeitsphase ihrer VWA und werden individuell betreut.

Die Inhalte der drei Blöcke entsprechen dem jeweiligen Schreibabschnitt, in dem sich die zukünftigen MaturantInnen zu dieser Zeit idealerweise befinden. Dem entsprechend geht es in der ersten Einheit um Zeitorganisation, eine Dimensionierung der Kapitel und die Struktur der Arbeit, während zum zweiten Termin die sprachliche Überarbeitung im Vordergrund steht. Im dritten Block liegt der Fokus schließlich auf dem Verfassen des Abstracts, der Einleitung und der Schlussfolgerung.

Zusätzlich zu den drei Blöcken werden im Wintersemester insgesamt vier VWA-Sprechstunden von den beiden LehrerInnen angeboten, damit die Schreibenden bei Unklarheiten oder Fragen weiter Unterstützung bekommen.

[collapse]