Geographie und Wirtschaftskunde

Geographie und Wirtschaftskunde (GWK) integriert als Unterrichtsgegenstand sozialwissenschaftliche Bereiche und naturwissenschaftliche Aspekte. Lag früher das Hauptinteresse nur auf einer Beschreibung von Ländern und Landschaften, die etwas wirtschaftskundlich aufgebessert wurden, so schreibt seit geraumer Zeit schon der Unterstufenlehrplan im ersten Satz fest „Im Mittelpunkt von Geographie und Wirtschaftskunde (GWK) steht der Mensch…“.

Im Oberstufenlehrplan wird das noch deutlicher herausgestrichen „Der GWK-Unterricht soll Motive und Auswirkungen, Regelhaftigkeiten und Probleme menschlichen Handelns in den eng miteinander verflochtenen Aktionsbereichen Raum – Gesellschaft – Wirtschaft sichtbar und unter dem Gesichtspunkt der Politischen Bildung verständlich machen…“.

Der Begriff „Wirtschaft“ wird dabei nicht nur als reine BWL- und VWL-Aspekte gesehen, sondern weiter gefasst als dynamisch und politisch-bildende „Arbeits-, Konsum- und Gesellschaftsökonomie“.

In der 1. Klasse beginnt man – anschließend an Kenntnisse des Sachunterrichts der VS – mit einem ersten weltweiten Überblick „Leben und Wirtschaften in ländlichen Räumen“, und ordnet am Jahresende die Fallbeispiele in eine strukturierende Weltübersicht ein. Laufend auszubauende Fertigkeiten wie der Umgang mit dem Atlas knüpfen ein zunächst weitmaschiges Orientierungsnetz im Laufe der Jahre immer dichter.

Die 2 Klasse ergänzt dann mit Themen aus „Leben und Wirtschaften in städtischen, von Industrie und Dienstleistungen geprägten Räumen“.

Nach dieser Grundstufe, folgen in der 3. Klasse darauf aufbauend genauere Aspekte von „Leben und Wirtschaften in Österreich“ und in der 4. Klasse „Leben und Wirtschaften in einem gemeinsamen Europa und einer globalisierten Welt“.

Die Oberstufe fordert heute neben inhaltlichen Themen, gerade auch für die neue mündliche Reifeprüfung verstärkt ein, dass SchülerInnen nicht mehr nur „Gelerntes wiedergeben können“. Vielmehr müssen bei den nunmehr aus einem Pool gezogenen Themen/Fragen und Materialien auch Kompetenzen angewendet werden, wie etwa Strukturieren, Vergleiche ziehen, Erläuterungen abgeben, Beurteilungen aufgrund verschiedener Wertmaßstäbe/Standpunkte formulieren, oder Hypothesen aufstellen bzw. verifizieren/falsifizieren. Neben Inhalten wird daher ab der 5. Klasse verstärkt auf verschiedenste Fertigkeiten Wert gelegt werden müssen, die die SchülerInnen bei konkreten Fragestellungen anwenden können sollen. Stufenweise sollen sie dabei auch auf die eigenständige Arbeit an der verpflichtenden, zu einem selbst gewählten Thema und einer selbst verfassten Fragestellung zu verfassenden, VWA (Vorwissenschaftlichen Arbeit) vorbereitet werden.

Themenbereiche der Oberstufe:

5. Klasse: Die sozial, ökonomisch und ökologisch begrenzte Welt
6. Klasse: Vielfalt und Einheit – das neue Europa (hier wird auf Grundkenntnissen der 4. Klasse GW, aber auch GSK aufgebaut)
7. Klasse: Österreich – Raum – Gesellschaft – Wirtschaft (diese Klasse enthält etwa 2/3 wirtschaftspolitische Aspekte)
8. Klasse: Lokal – regional – global: Vernetzungen – Wahrnehmungen – Konflikte

Ein Tipp: Sinnvoll ist es, wenn SchülerInnen spätestens im Laufe ihres Oberstufenunterrichts daher regelmäßig zu einer „großformatigen“ Tageszeitung greifen. Viele Aspekte werden im Unterricht nämlich durch konkrete Fallbeispiele illustriert – ist man mit solchen schon ein wenig vertraut, erleichtert das die im Unterricht immer wieder erfolgende Einordnung und Strukturierung. Dabei wird auch deutlich, dass die wichtigsten Fragen in politischen Auseinandersetzungen ökonomische Hintergründe haben oder darin zumindest wesentliche ökonomische Dimensionen enthalten sind.

Einige erste Einstiegslinks