Darstellende Geometrie

Im großen Garten der Geometrie kann sich jeder nach seinem Geschmack einen Strauß pflücken.
David Hilbert

Die Aufgabe des Fachs „Darstellende Geometrie“ ist die Verbindung zwischen dreidimensionalen Objekten und ihren zweidimensionalen Darstellungen zu beleuchten. Insbesondere sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, diese Darstellungen zu erzeugen und fertige Illustrationen zu interpretieren. Es werden diverse Darstellungsmöglichkeiten behandelt und ihre Vor- und Nachteile herausgearbeitet, die es dann im weiteren Verlauf geschickt einzusetzen gilt.

Die dazu verwendeten Methoden haben sich seit der Zeit von Gaspard Monge, der als Begründer der darstellenden Geometrie gilt, vor allem durch die Verwendung des Computers und professioneller CAD-Software, gravierend geändert. Der Unterrichtsgegenstand hat in den letzten Jahren einen zeitgemäßen Anstrich erhalten, ohne dabei seine wichtigen traditionellen Methoden zur Gänze aufzugeben. Die sorgfältigen Konstruktionen mit Bleistift, Lineal und Zirkel, welche neben der praktischen Umsetzung des theoretischen Wissens die Raumvorstellung und Feinmotorik schulen, verlangen von den Schülern Geduld und Präzision, die im Anschluss mit einem Bild belohnt werden, das keiner weiteren erklärenden Worte mehr bedarf.

Aufgaben, die ein hohes Maß an räumlichem Vorstellungsvermögen verlangen, die früher in der zweidimensionalen Umsetzung zu Schwierigkeiten führten, sind mittlerweile dank des Einsatzes des Computers einfacher zu verstehen und deutlich schneller zu lösen. Dies schafft in der Unterrichtszeit Raum für neue Themen, wie Freiformkurven und Freiformflächen, die etwa durch Beispiele aus Architektur und modernem Design, eine Verbindung zum täglichen Leben herstellen und aktuelle Verwendungen der Geometrie aufzeigen.


„Moderner Büroartikel“ (Stiftehalter)

Die Bedeutung des Fachs sieht man nicht zuletzt, wenn man die Liste jener Studien betrachtet, die „Darstellende Geometrie“ direkt voraussetzen (z.B.: Architektur, Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Mechatronik,…) oder sie indirekt benötigen (etwa Medizin). Man denke etwa an moderne Operationsverfahren, die von Chirurgen verlangen, sich mittels eines Bildes auf einem Monitor zu orientieren, oder an Röntgen- und Ultraschallbilder, die es zu interpretieren gilt. Neben den technischen Verwendungen kann die Darstellende Geometrie aber auch Zugänge zur Kunst schaffen, wie dies etwa die „Circle Limits“ oder die zahlreichen Impossibles des berühmten holländischen Künstlers Escher zeigen.