Werken

we-textec

In der AHS ist der handwerklich-technische Bereich schmal ausgebildet. Nur in der Unterstufe als Pflichtfach vorgesehen, steht Werken in der ersten und zweiten Klasse wöchentlich als Doppelstunde auf der Stundentafel. Damit endet die technisch-praktische Ausbildung für die SchülerInnen, die ab der dritten Klasse den Gymnasialzweig wählen. Im Realgymnasium wird in der dritten und vierten Klasse mit je einer weiteren Doppelstunde pro Woche und Jahr fortgesetzt.

Im Sinne des gender mainstreamings werden seit dem Schuljahr 08/09 beide Werkbereiche, das Textile Werken und das Technische Werken, als Pflichtfach geführt. Die SchülerInnen der ersten und zweiten Klassen durchlaufen im jeweiligen Lernjahr je ein Semester einen Bereich, um im zweiten Semester in den anderen zu wechseln. Eine Abwahl eines Werkbereichs zu Gunsten des anderen ist nicht möglich, der rollenstereotypen Wahl wird entgegengewirkt, indem Grundkompetenzen in beiden Bereichen angeboten werden.

Auf Grund der derzeitigen Klassenschülerzahlen (und der Teilungszahlenverordnung) wird Werken in den ersten und zweiten Klassen in zwei Gruppen mit durchschnittlich dreizehn bis fünfzehn SchülerInnen unterrichtet. Für das Realgymnasium (mit weiteren vier Jahresstunden Werken) gilt folgende Regelung: Die dritte Klasse ist ganzjährig und ausschließlich dem Textilbereich gewidmet, während die vierte Klasse dem Technischen Werken vorbehalten ist. Im Realgymnasium werden die Gruppen jahrgangsübergreifend geteilt, die Gruppengröße kann hier bis zu neunzehn betragen.

Beiden Werkbereichen WE TEX und WE TEC steht ein gut ausgestatteter Fachraum zur Verfügung. Während das Textile Werken im Bereich des Siebdrucks spezialisiert ist, verfügt das Technische Werken über einen großen Brennofen, der gerne und häufig genutzt wird und über einen eigenen Keramikraum, in dem das Drehen auf vier Töpferscheiben möglich ist.

Technisches Werken

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Technisches Werken findet je ein Semester pro Jahrgang in der ersten und zweiten Klasse für alle SchülerInnen als Pflichtfach in Form einer wöchentlichen Doppelstunde statt. Im Realgymnasium wird WE TEC darüber hinaus in der 4. Klasse ganzjährig als Doppelstunde angeboten. Somit findet Technisches Werken im Gymnasium in insgesamt zwei Jahreswochenstunden in Gruppen mit ca. vierzehn SchülerInnen statt, während den SchülerInnen des Realgymnasium ein weiteres Jahr WE TEC in der Gruppengröße bis zu neunzehn SchülerInnen geboten wird. Aus emanzipatorischen Gründen werden beide Werkbereiche WE TEX und WE TEC verbindlich angeboten, was zu einem „Verlust“ einer Jahreswochenstunde pro Jahrgang für den jeweiligen Werkbereich führt. Die Genderregegelung, die der zukünftigen Verordnung in Werken vorgreift, führt zu einer Konzentration auf exemplarische Themen, Techniken und Fertigkeiten im jeweiligen Bereich.

In den beiden ersten Lernjahren sind meist zwei Werkstücke pro Semester und Jahr in WE TEC möglich. Diese zielen auf Erkenntnisse, Kompetenzen und die Haltungsbildungen in den drei großen Bereichen: Produktgestaltung/Design; Gebaute Umwelt; Technik. Aufgaben und Ziele unseres Werkunterrichts sind das Kennenlernen der unterschiedlichen Materialeigenschaften und Verarbeitungstechniken, der zum kompetenten und materialgerechten Einsatz von Werkstoffen wie Papier/Karton; Kunststoff, Holz, Metall und Keramik führen soll. In der theoretischen und vor allem praktischen Auseinandersetzung sollen technisch und technologisch eigenständige, „kluge“ Lösungen, entwickelt werden. Darüber hinaus werden persönliche Gestaltungskompetenzen ausgebildet und vertieft.

Die Technische Kompetenz wird also im individuellen Lösungsansatz und seiner Diskussion ausgebildet. Unser Wirtschaftssystem, unsere Konsumhaltung und unsere Lebensbedingungen (Schlagwörter: Styling, permanenter Neukauf, Austausch statt Reparatur, Obsoleszenz von Gebrauchsgütern,…) verstellen vielfach den neugierigen Blick auf Technologie und Produktqualität. Das Wissen und die Lesbarkeit gesellschaftlicher und technologischer Produktionsbedingungen und -zusammenhänge ist hinter den perfekten Oberflächen permanent verfüg- und austauschbarer Produkte verschwunden. Das handwerkliche Geschick der SchülerInnen und die schulischen Möglichkeiten der AHS bleiben deutlich hinter der Qualität und den Produktionsbedingungen der Warenwelt zurück. Den Kindern und Jugendlichen dabei Lust an der Entwicklung und der Gestaltung von Produkten zu machen und das Interesse an der Funktion und der Gestaltung unserer physischen Umwelt wach zu halten und auszubilden, bleibt tägliche Freude und Herausforderung des Faches Werkerziehung.

Lesen Sie mehr zum derzeitigen Lehrplan in Technisch Werken: http://www.bmukk.gv.at/medienpool/792/ahs17.pdf

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Textiles Werken

Im Textilen Werken werden grundlegende Techniken vermittelt. Diese sind Flächen bildend (Stricken, Häkeln, Weben), Flächen verbindend (Nähen mit der Hand und der Nähmaschine) und Flächen gestaltend (Sticken, Applikation, Textildruck).
Der Stellenwert textiler Erzeugnisse in der Kulturgeschichte der Menschheit kann (aufgrund des Schulstandorts sehr niederschwellig) im Rahmen von Lehrausgängen in das Museum für angewandte Kunst erfahrbar gemacht werden. Beispiele aus Kunst, Mode, Architektur und Design bieten Einblicke in alte und neue Technologien, geben Impulse für die eigene kreative Arbeit und inspirieren dazu, die eigene Umwelt mitzugestalten.
Der handlungsorientierte Zugang des Faches setzt Kleiden, Wohnen, Konsumieren und Produzieren (und andere Bereiche des Alltagslebens) mit dem eigenen Gestaltungsprozess in Verbindung. Kreative Handlungsmöglichkeiten werden eröffnet, das eigene Tun und die entwickelten Kompetenzen führen zu einer reflektierten und selbstbestimmten Nutzung von textilen Produkten.

Lesen Sie mehr zum derzeitigen Lehrplan in Textilem Werken: http://www.bmukk.gv.at/medienpool/793/ahs18.pdf

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