Rudi Anschober zu Gast im PolitTalk

Rudi Anschober im GRg1

Wie fandest du die Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP im Allgemeinen und im Speziellen mit deinem direkten Gegenüber Karl Nehammer?

Warum stimmen die Grünen im Nationalrat regelmäßig gegen Anträge, die ja eigentlich ihren bisherigen Kernthemen entsprechen; Stichwort: Aufhebung des Blutspende-Verbots?

Wie stehst du zu den aktuellen Entwicklungen rund um die Impfpflicht?

Diese und viele andere Fragen stellten wir dem ehemaligen Gesundheitsminister und jetzigem Autor Rudi Anschober (Grüne), welcher Gast bei unserem ersten Polittalk seit über zwei Jahren war. Allerdings wurden neben sachlichen Fragen auch etliche persönliche von ihm beantwortet, die aufgrund des zu Beginn vereinbarten Du-Wortes unbeschwert gestellt werden konnten.

Beispiele für derartige Fragen waren:

Wie bist du in die Politik gekommen und warum genau zu den Grünen?

Wie hast du die Zeit, in der du unter Polizeischutz gestanden bist, erlebt?

Hast du dir deinen Rücktritt leicht gemacht und warum hast du dabei einen so persönlichen Weg gewählt?

Vor allem die Antworten auf die letzten beiden Fragen beeindruckten das Publikum. In Bezug auf den Polizeischutz, der die gesundheitlichen Probleme, welche schlussendlich zu seinem Rücktritt führten, sicher begünstigte, erzählte er uns davon, wie sich die Drohungen gegen seine Person von Woche zu Woche steigerten. Als er seine erste Morddrohung erhielt, die mit einem Absender versehen war, entschloss er sich kurzerhand dazu, diesen anzurufen.  Es stellte sich heraus, dass es sich um den Besitzer eines kleinen Unternehmens handelte, welches aufgrund des Lockdowns hatte schließen müssen. Nach einem kurzen Gespräch entschuldigte sich dieser.

Rudi Anschober erzählte auch, dass er sich die Entscheidung, zurückzutreten, alles andere als leicht gemacht hat. Seine Rede für die Presskonferenz bereitete er kaum vor, wodurch seine Worte sehr ehrlich und authentisch ausfielen. Die Angestellten seines Ministeriums bildeten nach der Pressekonferenz für ihn ein Spalier, dankten ihm für seine Arbeit und hatten teilweise Tränen in den Augen.

Die spannenden 90 Minuten im nahezu komplett ausverkauften Festsaal lieferten etliche Gedankenanstöße für das anwesende Publikum, das die Veranstaltung mit neuen Einblicken und viel Vorfreude auf den nächsten PolitTalk verließ.

Oscar Deimel 8C

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