NS Projekttage

In der 2. Februarwoche fanden für alle 4. Klassen die NS Projekttage statt.

Als Auftakt wurde der Zeitzeuge Karl Pfeiffer eingeladen, der in einem 3-stündigen Vortrag über seinen Alltag während der NS Zeit berichtete. Seine Jugend war geprägt von der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Schon zu Beginn des Krieges floh er zuerst nach Ungarn und dann nach Palästina, um der Gefangenschaft in einem Konzentrationslager zu entgehen. Herr Pfeiffer vermutet, dass seine Eltern in einem dieser Lager ermordet wurden. Gegen Ende des Krieges arbeitete er als Hilfspolizist in England.  Es war für uns interessant und erschreckend, Herrn Pfeiffers Geschichte zu hören.

Direkt nach dem Vortrag sind wir zu einem Rundgang im 2. Bezirk aufgebrochen. Ein Guide führte uns durch die engen Gassen der Leopoldstadt und zeigte uns einige Gedenktafeln, die an die im zweiten Weltkrieg verstorbenen Juden erinnern. Des Weiteren sahen wir eine jüdische Schule, an deren Stelle sich vormals eine Synagoge befunden hat, welche durch die Nationalsozialisten zerstört wurde. Die Malzgasse 16 ist ein Ort jüdisch-orthodoxen Glaubens und Bildung. Hier befinden sich ein Kindergarten und eine Volks- und Mittelschule für Buben. Es war spannend zu sehen, dass es mitten in Wien ein jüdisches Viertel gibt.

Am 2. Tag besuchten wir das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen. Ein Mitarbeiter führte uns durch die Anlage und veranschaulichte die Zustände, als das Lager in Betrieb war. Es herrschten unmenschliche Bedingungen, die wir uns heutzutage gar nicht mehr vorstellen können. Viele Insassen arbeiteten jahrelang in diesem Lager, in der Hoffnung nach dem Krieg wieder freizukommen, jedoch haben den Aufenthalt im Konzentrationslager nur die wenigsten überlebt. Noch immer sind an diesem Ort die bedrückende Stimmung und das Leid der unzähligen Gefangenen zu spüren. Wir waren froh, als wir das Lager wieder verlassen konnten.

Den letzten Projekttag verbrachten wir im Haus der Geschichte. Dort sahen wir unter anderem Artefakte zur Judenverfolgung in Wien. Besonders interessant fanden wir die Fundstücke aus dem Keller der jüdischen Schule, die wir zwei Tage zuvor besucht hatten. Im Jahr 2018 wurden die Kellerräume entdeckt, die erstaunliche Dinge zu Tage brachten: Gegenstände aus der ehemaligen Schule, der ehemaligen Vereinssynagoge und dem ersten jüdischen Museum in Wien.

Die waren sehr interessant und informativ und haben viel zum Nachdenken angeregt. Uns wurde nochmals bewusst gemacht, wie schrecklich diese Zeit des Nationalsozialismus war und wie glücklich wir uns schätzen können, in der heutigen Zeit zu leben. Trotzdem dürfen diese Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten, da sie ein Teil unserer Geschichte sind.

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