Meeresbiologische Woche in Malaga

In einem Meereszentrum haben wir viele interessante Informationen über das Meer und vor allem seine Bewohner erfahren. beispielsweise über Meeresschildkröten wurde uns einiges erzählt.

Meeresschildkröten sind eine vom Aussterben bedrohte Tierart. Dies liegt daran, dass nur sehr wenige das Erwachsenenalter erreichen. Die weibliche Schildkröte geht zur Austragung der Eier an Land. Dort gräbt sie ein Loch in den Sand, in welches sie ihre Eier hineinlegt. Ca 80 Eier legt eine Schildkröte, wobei nur eine davon durchschnittlich erwachsen wird. Der Grund dafür ist, dass die jungen Schildkröten ein leichtes Ziel abgeben und somit von Vögeln, Fischen und Krabben gefressen werden. Der noch in den jungen Jahren weiche Panzer bietet ebenfalls wenig Schutz. Im Gegensatz zu Landschildkröten haben Meeresschildkröten keine Beine mit Krallen sondern Flossen mit denen sie sich in ihrem Lebensraum, dem Wasser, gut fortbewegen können. Meeresschildkröten haben, anders als andere Meeresbewohner, keine Kiemen, sondern Lungen. Aus diesem Grund müssen Schildkröten immer wieder auftauchen, um Luft zu holen. Bis zu 8 Stunden kann das Tier die Luft anhalten.

Nachdem wir Einiges über die Meeresschildkröte erfahren haben, wurden uns die verschiedenen Gruppen von Meeresbewohnern gezeigt und erklärt. Schwämme (Porifera) bilden die erste Gruppe und gehören zu den gewebelosen Tieren. Sie können nicht schwimmen, weshalb sie sich an Felsen anheften. Sie ernähren sich von Plankton, an welches sie durch Wasserfilterung gelangen.

Die zweite Gruppe bilden Korallen. Diese setzen sich aus einer Kolonie von Polypen zusammen. Ein Korallenriff besteht wiederum aus mehreren Korallen. Diese sind Tiere haben jedoch keine Arme oder Beine. Sie haften sich wie die Schwämme an Steinen fest und ernähren sich ebenfalls von Plankton.

Die dritte Gruppe bilden die Weichtiere (Mollusca). Dazu gehören beispielsweise Muscheln (Bivalvia) und Schnecken (Gastropoda). Bei den Muscheln kann man zwischen 2 Formen unterscheiden: jene mit einer Schale und welche mit zwei Schalen.

Die nächste Gruppe bilden die Kopffüßer auch Cephalopoden genannt. Wie ihr Name bereits erklärt, sind ihre Beine direkt mit dem Kopf verbunden. Dazu zählen unter anderem die Oktopoden.

Die Stachelhäuter (Echinodermata) bilden die fünfte Gruppe. Dazu gehören beispielsweise Seeigel und Seesterne. Diese leben im Sand und essen unter anderem tote Fische und Muscheln. Ihre Körper sind radiärsymmetrisch Aufgebaut, weshalb es nur eine Ober- und Unterseite gibt.

Die sechste und letzte Gruppe sind die Krebstiere (Crustacea). Dazu gehören beispielsweise Seepocken, Krabben und Hummer.

Das Meereszentrum ist nicht nur dafür verantwortlich uns über die interessanten Fakten der Tiere zu informieren, sondern auch für die Rettung gestrandeter Meerestiere. Unser Führer erklärte uns, was wir machen können wenn wir ein gestrandetes Lebewesen am Strand entdecken. Als erstes Beispiel wurde die Schildkröte genommen. Ein Schritt wäre, erstmal den Notruf 112 zu wählen und die Situation zu schildern. Man sollte auch darauf achten, dass Mitmenschen einen möglichst großen Abstand zum Tier halten, damit es nicht unter Stress gerät. Wichtig ist auch, das Tier an einen schattigen Ort zu bringen, denn Hitze könnte dem Kreislauf des Tieres schaden. Die Schildkröte hält man am besten unter dem Panzer und es wäre zu empfehlen, die Arme und Hände vom Maul fernzuhalten, um Bisse zu vermeidet. Man sollte auch darauf achten, dass das Tier nicht vom Meer weggedreht wird, denn Häuser und Autos könnten auch Stress verursachen. Beim Delfin gelten dieselben Regeln, allerdings greift man auf den Bauch des Tieres. Die Mithilfe einer zweiten Person ist dazu nötig. Zusätzlich kann man das Meerestier mit einem nassen Handtuch abkühlen. Man muss darauf achten, das Atemloch keinesfalls zu bedeckt wird, weil das Tier sonst ersticken könnte.

Im Botanischen Garten haben wir viel über die, an der spanischen Südküste ansässigen, Pflanzen gelernt. Lokale Pflanzen haben sich an ihre Umgebung angepasst, indem sie unter anderem die Oberfläche der Blätter verringert haben. Die Evolution der Flora lasst sich sehr gut zusammenfassen; je windiger die Umgebung ist, desto kleiner und kugelförmiger wächst die Pflanze auch. Dadurch wird die Angriffsfläche für den Wind verkleinert. Zudem bilden Pflanzen an extrem windigen Orten ein weitreichendes Wurzelgeflecht, welches dem Gewächs eine breitere Standfläche verleiht und es somit stärkeren Winden standhält. In trockenen Zonen hingegen bilden Pflanzen tiefreichende Wurzeln um ans Grundwasser zu kommen. In trockenem und heißem Klima weisen die Pflanzen kleine Blätter auf, die Verdunstungsfläche wird so minimiert und die Pflanze verliert nicht so viel Wasser durch die Sonneneinstrahlung. Auch erwähnenswert sind die Spezialitäten, welche manche Pflanzen ausgebildet haben. So erzeugt der Feigenbaum zum Beispiel unter Tags ein Sekret um sich abzukühlen, er “schwitzt” sozusagen. Die meisten Menschen sind allerdings gegen dieses Sekret allergisch, weshalb man sich nicht unter einen Feigenbaum setzen sollte. Weiters haben verschiedene Pflanzenarten Stacheln auf den Blättern und/oder den Stängeln ausgebildet ,um sich vor herbivoren Tieren zu schützen. Besonders interessant ist, dass manche Pflanzen, vermehrt in Küstenregionen und Regionen in denen sehr viel Sonne scheint, es geschafft haben, eine eigene “Sonnencreme” zu produzieren. Diese schützt die Blätter der Pflanze vor der UV-Strahlung der Sonne und hilft dabei, die Verdunstung zu reduzieren.

Als wir uns an einen Ort begaben, um seltene Vögel zu beobachten, wurden uns dort zusätzlich, die in der Gegend wachsenden Pflanzen vorgestellt. Beispielsweise bildet der Kapernstrauch Blütenknospen und Kapernbeeren. Diese sind zum Verzehr geeignet und dementsprechend teuer. Beim Pistazienbaum hat die Frucht zuerst eine Schale, welche bei der Reife von grün zu rot wechselt und schließlich aufspringt. Erst dann wird die Sicht auf die eigentliche Pistazie freigegeben.

Jedes Jahr fliegen tausende von Zugvögeln von Europa nach Afrika und umgekehrt. Schon vor der Führung hatten wir uns über das Aussehen der Vögel informiert, um sie dann vor Ort wiederzuerkennen. Besonders auffällig ist die Weißkopfruderente (Malavasia), welche an ihrem blauen Schnabel erkennbar ist. Wir konnten dort das Blässhuhn (Focha) durch Ferngläser beobachten. Dieser Wasservogel zeichnet sich durch den Kontrast seines schwarzen Federkleides und einem weißen Schnabel aus. Wir konnten Möwen (Gaviota) und einen Fischadler (aguila pescadora) beobachten. Als Jungvögel sind Möwen gräulich. Erst wenn sie ausgewachsen sind, werden ihre Federn weiß. Der Kormoran ist ein schwarzer Vogel mit einem länglichen Schnabel und einer hakenförmigen Spitze. Dieser ist praktisch für das Fangen von Fischen. Abgesehen von Vögeln konnten wir eine maurische Bachschildkröte beobachten.

~ Noreen Hartmann, Anna Bozukov, Lorin Simlinger, Alexander Helbok

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