Eine Ausstellung der Drafd-Jugend (Berlin)*, der „Relais de la Mémoire“
(Paris)**
in Kooperation mit der Gewerkschaft ver.di und der Arbeitsstelle für österreichisch-französische
Beziehungen an der Diplomatischen Akademie in Wien
Gymnasium Wien 1, Stubenbastei 6-8, 1010 Wien
Kleiner Turnsaal (Tiefparterre)
Mo. 24.4. – Di 25.4.2006
Eröffnung der Ausstellung am 25.4.2006 um 11 Uhr durch
Dir. Mag. Gabriele Dangl (Direktorin des GRg1 Stubenbastei)
Prof. Dr. Michel Cullin (Leiter der Arbeitsstelle für österreichisch-französische
Beziehungen an der Diplomatischen Akademie in Wien)
Janine Dahle (Projektmitarbeiterin, Berlin)
Gerhard Leo (Widerstandskämpfer und Zeitzeuge)
Jonathan Lutz (Schüler der 7b)
Hans-Peter Wittmann - Moderation und Projektkoordination
Zum Kontext dieser Ausstellung:
Unmittelbar nach der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944
erhielt die in Südwestfrankreich stationierte 2. SS-Panzer-Division "Das
Reich" unter General Heinz Lammerding (1905-1971) den Marschbefehl zur
Invasionsfront nach Norden. Auf ihrem Weg dorthin verübte sie als Vergeltung
für den wachsenden französischen Widerstand gegen die deutschen Besatzer
massive Kriegsverbrechen an der Bevölkerung. So erhängten am 9. Juni
1944 Mitglieder der 2. SS-Panzer-Division 99 Geiseln in Tulle. Gegen Mittag
des darauffolgenden Tags erschienen 120 Angehörige der 3. Kompanie des
1. Bataillons des 4. Regiments dieser Division im 30 Kilometer nordwestlich
von Limoges gelegenen Oradour-sur-Glane. In dem Dorf vermuteten sie Kämpfer
und ein Waffenlager der Résistance.
Auf Befehl von SS-Obersturmbannführer August Dieckmann (1912-1944) wurden
die Dorfbewohner zunächst auf dem Marktplatz zusammengetrieben. Während
die Männer, in fünf Gruppen aufgeteilt, in Scheunen erschossen wurden,
sperrten die SS-Soldaten Frauen und Kinder in die Dorfkirche ein, die sie anschließend
in Brand steckten. Außerhalb des Gebäudes postierte Einheiten erschossen
die Frauen und Kinder, die versuchten, dem Feuer zu entkommen. Danach betraten
die Soldaten das Kirchengebäude, um die Überlebenden zu erschießen.
Nach der Plünderung des Dorfs brannten sie es nieder.
Insgesamt kamen bei dem Massaker 642 Dorfbewohner ums Leben, unter ihnen 245
Frauen und 207 Kinder. Nur wenige Einwohner konnten entkommen. Obwohl die SS
am 11. Juni 1944 zur Beseitung der Spuren ihres Verbrechens die Opfer verscharrte,
wurde das Ausmaß des Massakers bald bekannt. Als Symbol deutscher Kriegsverbrechen
im besetzten Frankreich trug Oradour dazu bei, den Widerstand gegen deutsche
Besatzer und französische Kollaborateure zu verstärken.
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* Deutsche in der Résistance, in den Streitkräften der Antihitlerkoalition
und in der Bewegung Freies Deutschand
** Die „Relais de la Mémoire Juniors/ Aus der Erinnerung entsteht
die Zukunft“ ist ein europäisches Netzwerk für die Vermittlung
von Erinnerung an den europäischen Widerstand gegen Hitler.
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Fotos