Sprach-
und Kulturreise der 7B nach Sankt Petersburg
31. Mai bis 13. Juni 2003
Anreise
Auf
Grund der 300-Jahr Feier in St. Petersburg war es für uns, 14 SchülerInnen und
unsere LehrerIn, Frau Prof. Erdinger und Herr Prof. Rehling,
nicht möglich, einen direkten Flug zu buchen, weshalb wir die Anreise über
Helsinki wählten. Vor dem Abflug mit der angeblich sicheren Finnair
(laut Felix) vom Flughafen Schwechat durften wir live die Reparaturarbeiten an
unserem Flugzeug miterleben. Als danach laut Pilot alles wieder
"quite okay" war (sehr aufmunternd), starteten wir Richtung Finnland.

Nachdem wir trotz turbulenten Flugs heil in Helsinki angekommen waren, hatten wir einige Stunden Zeit, um die Stadt zu erkunden. Diese nützten wir für die Besichtigung des Doms und des Senatsplatzes, für einen Spaziergang zum Meer und für eine Rundfahrt mit der Straßenbahnlinie "3T", die uns an allen sehenswerten Plätzen der finnischen Hauptstadt vorbei führte.
Nach
ewiglangem Suchen fanden wir einen Supermarkt, in dem wir uns mit dem Nötigsten
zu erschreckend hohen Preisen versorgten. Die letzten Stunden vor der Abreise
mit dem Bus, der uns über Nacht nach St. Petersburg bringen sollte, überbrückten
wir in dem Kaffeehaus "Wayne's Coffee“. Um 23 Uhr stiegen wir schließlich
in den Bus ein. Viele von uns konnten während der Fahrt sogar schlafen,
wurden aber mitten in der Nacht bei der Grenzkontrolle aufgeweckt, bei der alle
den Bus verlassen und diverse Formulare ausfüllen mussten. Bei der Ankunft in
St. Petersburg um 7 Uhr in der Früh wurden wir schon von Kleinbussen und zwei
Mitarbeiterinnen der Sprachschule erwartet, die uns zu unseren Gastfamilien
brachten.
Inanna Reinsperger
Die
Unterkünfte
Anfangs dachten wir daran, in einer Jugendherberge zu wohnen, doch aus preislich bedingten Gründen wurden wir dann doch bei Familien untergebracht. Der Vorteil davon war, dass man erfahren hat, wie die durchschnittlichen Einwohner Petersburgs leben: jeweils zu zweit oder zu dritt wurden wir Familien „zugeteilt“, die alle in einem typischen Plattenbau wohnen. Das Wohnviertel befand sich etwas außerhalb des Stadtkerns auf der Vasilevskij – Halbinsel.

Zunächst mussten wir uns etwas an die Umstände gewöhnen, unter denen unsere Gastgeber wohnen – der Unterschied zum westlichen Teil Europas ist eben doch ein großer! Aber letztendlich war es gut, bei Russen zu wohnen, da wir „hautnah“ erleben konnten, wie man in diesem Land lebt und weil man mit wesentlich mehr Wissen zurückkehrt, als hätte man nur die schön herausgeputzten Seiten Petersburgs gesehen.
Johanna
Summereder
Tagesablauf:
Treffpunkt
für alle war fast jeden Tag um 9 Uhr (mehr oder weniger pünktlich) vor dem
Haus, in dem der Großteil der Gruppe wohnte. Von dort aus machten wir uns mit
der Metro auf den Weg in die Schule und hatten von 10 bis 14 bzw. 14:30 Uhr
Unterricht. Nach dem Mittagessen in der Kantine der Sprachschule gab es
oft noch eine Besprechung mit unseren Lehrern bezüglich des Programms für
den Nachmittag und dann begannen wir auch schon unsere verschiedenen
Besichtigungstouren. Nach einem abschließenden Einkauf im 24 Stunden
– Supermarkt bei „unserer“ Metrostation waren wir meistens um 20 Uhr, pünktlich
zum Abendessen, in unseren Familien,
zu Hause. I.R.
Abreise
Der Tag
unserer Abreise war Freitag, der 13.06.03, eine Tatsache, die bei manchen
(abergläubischen) Leuten für gemischte Gefühle sorgte. An diesem Tag hieß
es früh aufstehen: um 6:10 sollten alle samt Gepäck vor ihren jeweiligen Häusern
gestellt sein, wo schon Minibusse auf uns warteten, um uns zum Bahnhof zu
bringen. Aufgeweckt durch die laute Popmusik im Bus kamen wir im strömenden
Regen am Finnländischen Bahnhof an, in dessen Warteraum wir die Zeit bis zur
Abfahrt unseres Zuges überbrückten. Dieser brachte uns dann in 5-stündiger
Fahrt nach Helsinki. Viel zu früh kamen wir am Flughafen an, checkten ein und
verbrachten die restliche Zeit im Kaffeehaus mit Kartenspielen, bis wir schließlich
in unser Flugzeug einsteigen konnten. Der Rückflug war angenehmer als der
Hinflug, leider aber auch länger: Wegen eines Gewitters mussten wir mehrere
Runden über Wien drehen, bis wir landen konnten und deshalb kamen wir mit
eineinhalb Stunden Verspätung in Schwechat an, wo uns unsere Eltern schon
freudig erwarteten....
Inanna
Reinsperger
Unterschiede
Der
wahrscheinlich größte Unterschied zu Wien ist- wenig überraschend- die
Sprache. Während wir in Helsinki wenigstens noch die Straßenschilder
buchstabieren und uns über Wegweiser zum „Tennispalatsi“ amüsieren
konnten, herrschte bei der Ankunft in St. Petersburg beim nicht-russischen
Teil der Klasse vor allem eines: Ratlosigkeit. Zwar hatten wir uns vorher
schon (die einen mehr, die anderen weniger) mit dem russischen Alphabet
auseinandergesetzt, aber in der Praxis haperte es dann doch ein wenig- versuchen
Sie einmal, sich zu merken, das H als N zu lesen und ein umgedrehtes N als I.
Hört sich nicht so schwer an, kann einen aber bei Wörtern wie „Ingenieur“
kann schön aus dem Konzept bringen. Nach ein paar Tagen Russischunterricht
war zwar dieses Problem mehr oder weniger beseitigt, aber unser Wortschatz
sollte sich in den folgenden zwei Wochen nicht besonders vergrößern, was die
Kommunikation in Russland, zumindest bei mir, auf folgende Wörter und
Phrasen beschränkte: Guten Tag, Auf Wiedersehen, Guten Morgen, Guten Abend,
Essen, Schlafen, wenig, viel und...Tee (in Gesprächen mit der Gastfamilie,
zum Glück konnte der ältere Sohn Englisch.) beziehungsweise „Wie viel kostet
das?“, die Zahlwörter von eins bis 1000 (mit einiger Mühe), „ja“,
„nein“, „nein, danke“ und „teuer“ (beim Handeln mit Souvenirverkäufern.).
Erschwert
wurde das Ganze noch dadurch, dass in Russland sehr wenig Leute Englisch sprechen,
wenn überhaupt, dann die jüngeren, was dazu führte, dass die russischen
Muttersprachler aus unserer Klasse in Petersburg noch einen unbezahlten,
anstrengen und intensiven Nebenjob ausüben durften: Dolmetscher bzw. Mädchen
für alles, das heißt Zigaretten kaufen, Essen kaufen, mit den Souvenirhändlern
feilschen, die Gastfamilien darüber aufklären, dass Nudeln mit Butter, in
einer reichlich gefetteten Pfanne gebraten und mit Butter garniert, für uns ein
doch recht ungewöhnliches Frühstück darstellen, etc.
Und eben
diese Nudeln bringen mich hastdunichtgesehen zu noch einem großen (oder vielleicht
auch nicht) Unterschied zwischen Russland und Österreich. Wir wissen:
Traditionelles österreichisches Essen lässt den Cholesterinspiegel vor Freude
in die Höhe schnellen. Wir wissen auch: Der Österreicher trinkt gerne und viel
Bier. Und ich weiß jetzt, nach zwei Wo
chen bei
einer ganz normalen St. Petersburger Familie: Wir müssen auf dem Gebiet des Unterbringens
von soviel Fett wie möglich in einer Hauptmahlzeit noch viel lernen. Und: Der
Russe trinkt noch viel lieber und noch viel mehr Bier. Ich bitte das jetzt nicht
auf unsere Gastfamilie zu beziehen, die hatte wahrhaftig Besseres zu tun als
sich zu betrinken. Aber die zahllosen Flaschen, die am Morgen wirklich überall
auf der Straße herumstehen, der nette junge Mann, der um neun Uhr am Morgen in
der U-Bahn neben mir sein Bier mit den Zähnen zu öffnen wusste, und die vielen
Betrunkenen, die auch schon (oder noch) am Morgen am Bier nuckeln, sprachen doch
eine recht deutliche Sprache.
Und zwar
unter anderem die, dass das Leben in Russland doch um einiges härter ist als
hier, was wir auch gleich am Morgen unserer Ankunft erfuhren. Das Erste, was ich
von St. Petersburg um halb sechs in der Früh, nach einer siebenstündigen
Busfahrt von Helsinki aus sah, war die Miliz, die sich wegen der anwesenden
Staatsbesuche an den Einfahrten und Kreuzungen der Stadt mit Maschinenpistolen
stationiert hatte. Auch eine Form der Begrüßung! Das Zweite, in den äußeren
Bezirken, unzählige, hässliche Platten- und, je näher der Bus dem Zentrum
kam, ebenso viele Prachtbauten.
Und
das Dritte, nachdem wir von einer hektischen Angestellten der Sprachschule in
zwei Kleinbusse verladen worden waren, “unser“ Haus. Das von der
Vertreterin der Sprachschule während der Busfahrt als „big beautiful
building“ angepriesene Hochhaus nahe der Metrostation Primorskaja. Und
da war es dann. Um sieben Uhr in der Früh. 23 Stockwerke hoch. Grau. Aus Beton.
Auf Betonstelzen. Inmitten lauter anderer Wohnblöcke. Und potthässlich.
Und wenn man in Wien von einem Aufzug erwarten darf, dass er solche Accessoires
wie Lichtschranken, funktionierendes Licht und einen stabilen Boden besitzt,
so trifft man in der Novosmolenskaja #6 auf Lifte mit Türen, die sich auch
dann schließen, wenn sich kleine Hunde zwischen ihnen befinden, ohne Licht,
aber dafür mit Bodenblechen, die sich eindrücken lassen, inklusive einem
Spalt, durch den man, bei Bedarf, 23 Stockwerke in die Tiefe blicken kann...
Ich muss
sagen, der Kulturschock war nach dieser Ankunft doch recht heftig, so etwas
musste auch erst einmal verdaut werden, wir hatten uns doch ein etwas besseres
Quartier vorgestellt. Und auch die Wohnungen, in denen wir die nächsten zwei
Wochen hauptsächlich schlafen sollten (wir waren nie vor acht Uhr abends
aufgrund wirklich intensiver Stadtbesichtigungen zuhause), zeigten, dass es
uns im „Westen“ doch ein ganzes Stück besser geht und dass ein erheblicher
Unterschied im Lebensstil der Mittelklasse dort und hier besteht.
Auch
wurde mir schnell klar, dass in St. Petersburg alles irgendwie extremer ist
als in Wien, im Guten wie im Schlechten. Auf der einen Seite haben die Leute
viel weniger Geld, kleinere Wohnungen, schlechtere Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten
und so weiter - all das Schlechte, was man normalerweise über Russland hört.
Auf der anderen Seite ist das Zentrum der Stadt kulturell sehr beeindruckend,
es reihen sich die Kirchen, Museen, „Puschkinhäuser“ und sonstige
Bauten nur so aneinander - und die Anlagen außerhalb der Stadt, wie Peterhof
oder Puschkin (mit dem Bernsteinzimmer), sind überhaupt eine Ausnahmeerscheinung,
etwas damit Vergleichbares habe zumindest ich noch nicht gesehen.
Und ich
glaube, dass auch dadurch diese zwei Wochen eine ziemlich wertvolle Erfahrung
waren, durch das Erleben dieser extremen Unterschiede zwischen dem
„offiziellen“ St. Petersburg Putins und dem Teil der Stadt, in dem ein Großteil
der Einwohner lebt und der auch dementsprechend aussieht - in dem dafür das
Leben aber auch eine andere, meiner Meinung nach höhere Intensität hat. Und wo
die Menschen eine in vielen Dingen lockerere Sicht der Dinge haben, ich hatte im
Umgang mit meiner Gastfamilie eigentlich nie Probleme- einmal abgesehen von
der Kommunikation.
Was
als Letztes noch zu erwähnen bleibt, ist die ganz spezielle Stimmung zur Zeit
der „Weißen Nächte“ - alleine dafür hat sich meiner Meinung nach die
Reise gelohnt und ich würde auch sehr gerne wieder hinfahren. Nicht zuletzt
auch deswegen, weil die Reise eigentlich sehr unkompliziert verlief: Dafür,
dass wir in einem Land waren, dessen Sprache die Hälfte der Klasse nicht mächtig
war, war eigentlich alles sehr einfach- keine Spur vom Schreckgespenst des
Kommunismus.
Andreas
Schmallegger
TAGEBUCHSPLITTER
6. Tag: Donnerstag, 5. Juni

Die Eremitage!!
Ein wunderbares Museum. Ich glaube, dass man in keinem anderen Land der Welt so nahe an so wertvolle Kunstwerke herankommt wie in Russland. Anscheinend sind die Menschen dort zivilisierter und greifen nicht alles an. Leider hatten wir nur eineinhalb Stunden Zeit alles zu besichtigen. Ich hätte mindestens das Doppelte gebraucht.
An diesem
Tag unternahmen wir auch noch eine kleine Tour an der Neva entlang (zu Fuß)
und besichtigten das Denkmal Peters des Großen und die Isaak Kathedrale.
Besonders gefiel mir der Trompeter, welcher mir die Internationale vorspielte.
Adam Markus
2. Tag:
Sonntag, 1. Juni
Ur hässliches Haus auf riesigen Stelzen, irrsinnig hoch, total heruntergekommen....
Auch in den Gängen ziemlich grausig und stinkig.
Die Wohnung ist ganz okay, das Zimmer ist super...passt eigentlich (bis auf die Dusche- Frage: Wie soll ich da Haare waschen?).
Die Frau, bei
der wir wohnen, schaut sehr nett aus, nur können wir leider mit ihr nicht kommunizieren,
da sie praktisch nur Russisch spricht. Sie hat zwar zwei Töchter (von denen wir
erst eine, Olga, kennen gelernt haben), die aber nicht besonders erfreut
scheinen, wenn sie dauernd auf Englisch übersetzen sollen.
Zuerst ist es
ur schlimm, weil man einfach in einer komplett anderen Welt ist: allein die Straßen
und Häuser, wie die Menschen wohnen, die alten Frauen, die neben der Straße
Gemüse verkaufen, die Minigeschäfte (bzw. Kioske), wo man denkt, der Verkäufer
stirbt an Platzangst, Zigaretten um 14 Rubel oder noch billiger (das sind
nicht einmal 50 Cent)...
Olga hat mich
gleich gefragt, wie’s mir gefällt und dass sie gern hätte, dass es uns
taugt...aber man braucht Zeit, das alles ein bissl zu verdauen, weil sich das
Leben hier so von unserem in Österreich unterscheidet...
Anfangs dachte ich: „Wann komme ich wieder nach Hause“, aber Herr Rehling hat Recht: Man ist in einer ganz anderen Welt und sollte alle diese neuen spannenden Eindrücke genießen.
Inanna Reinsperger
7. Tag: Freitag, 6. Juni

Heute ist ein großer Feiertag: Geburtstag von Puschkin, Felix’ Papa, Markos Mama und goldene Hochzeit von Andreas’ Großeltern!
Inanna
Reinsperger
Наш
Пушкин
12. Tag:
Mittwoch, 11. Juni
23:30 Treffpunkt – auf zu den Brücken: mit der Metro zur Fußgängerzone
längerer Fußmarsch zur Schlossbrücke – es ist schon toll, wenn eine sechsspurige Straße einfach in der Mitte aufgeht!
Nach zwei Referaten (Felix, Inanna, Alex) haben wir drei Flaschen жампанское (Zensur!) geleert. Nach Hause sind wir mit dem „Taxi“ gefahren (50 Rubel pro Auto).
War ein sehr schöner und netter Abend!
Gunda Weiss
4.
Tag: Dienstag, 3. Juni
Dann kamen
wir zur Aurora (ich dachte eigentlich, dass es ein Denkmal für irgendeine Frau
/ Fürstin / Zarin ist). Felix hat uns etwas über das Schiff erzählt und später
sahen wir echte Matrosen aus der Akademie herausgehen.
Olga Schelest

8. Tag: Samstag, 7. Juni

Nach Пушкин - Puschkin (Katharinen-Palast), wieder mit der электричка.
Sind dort ca. um 12 Uhr angekommen.
Das war wie in einer anderen Welt.
Olga Scheles

9. Tag: Sonntag, 8. Juni

Wir durften länger ausschlafen! Bis 2 Uhr!!
Spaziergang auf dem Невский und Bootsfahrt auf der Нева. Danach besichtigten wir meine Lieblingskirche (Erlöserkirche) – Спас на крови.
ENTSPANNEND!
Olga Schelest
1. Tag:
Samstag, 31. Mai
Die Finnen scheinen freundlich zu sein.
Felix Böhme
3. Tag:
Montag, 2. Juni
Schule ziemlich schwer und viel zu lang. Ich kapier nix. Zumindest das Essen ist gut.
Wieder auf den Nevskij. Das mit den kleinen Kanälen durch die Stadt ist toll. Kappe gekauft. Das Feilschen macht extrem Spaß.
Am Abend Runde zum Strand. Im Osten baut man scheinbar alles aus Beton. Alles in der Gegend arg verwahrlost. Hoffentlich werden die Fotos schön.
Felix Böhme
6. Tag:
Donnerstag, 5. Juni
Langsam läuft’s in der Schule.
Felix Böhme
5. Tag
Toller
Ausflug nach Peterhof. S-Bahn ganz anders als in Wien, Spur wesentlich breiter.
Leute verkaufen was im Waggon.
Peterhof großartig, überall Springbrunnen. Hoffentlich gibt’s da tolle Fotos. Reise zurück in ganz kleinem Bus. Blini mit Kaviar im Restaurant gegessen. Gut und nicht zu teuer. Bedienung schlecht.
Essen zu Hause wieder gut.
Felix Böhme
14.
Tag:
Freitag, 13. Juni
Eigentlich war alles gut, nur ein bisschen anstrengend.
Adam Markus
Kurzgefasste
Eindrücke von Sankt Petersburg:

Adam: Ich fand es wunderbar. Ich habe schon viele Städte auf dieser Welt gesehen, aber noch keine, in der man so viel sehen kann.
Obwohl es nur wenige Baustile in Sankt Petersburg gibt, ist alles sehr abwechslungsreich.
Ich will
wieder dorthin!
Aron: Es war
sehr abwechslungsreich. In Sankt Petersburg gibt es eine völlig andere Kultur
und es gibt dort die schönsten Sehenswürdigkeiten, die ich je gesehen habe.
Pauli: Mir
hat Petersburg sehr gut gefallen.
Olga: Es hat
mir sehr gut gefallen! Es gibt, meiner Meinung nach, große Unterschiede zwischen
dem Zentrum und den Vororten rund um Petersburg
Maria: Es war
zunächst schrecklich. Ich wollte anfangs nichts anderes als wieder nach Hause.
Ich fühlte mich absolut nicht wohl. Mit der Zeit jedoch verging dieses Gefühl,
und als ich wieder daheim war, wollte ich wieder zurück nach Petersburg.
Andreas: Anfangs hatte ich einen leichten Kulturschock, da ich nicht wusste, was mich in Russland erwartet, aber es hat mir dann sehr gut gefallen.
Inanna: In
Petersburg gab es mehrere Momente, in denen ich nach Wien zurück wollte, aber
im Allgemeinen fand ich die Reise sehr schön und werde sie in guter Erinnerung
behalten.
Felix: Passt eh!
Kommentare
der Leute, die nicht mit waren:
Ivana: Es war
schrecklich langweilig ohne die Klasse und ich fand es sehr schade, dass ich
nicht mitgekommen bin.
Sabrina: Leider hatte ich nicht die Möglichkeit mitzufahren, was ich nachträglich sehr bedauere. Ich war noch nie in meinem Leben in Russland und besonders Sankt Petersburg hätte mich gereizt aufgrund der vielen und schönen Sehenswürdigkeiten.
Ich hätte
mir sehr gerne die Eremitage, das Lyzeum, in dem Puschkin lernte, und seine
Denkmäler angesehen. Hoffentlich kann ich das irgendwann einmal nachholen.
Luis: Ich
finde es auch sehr schade, dass ich nicht dabei war. Petersburg muss sehr schön
sein, wie ich auf unzähligen Fotos sehen konnte.

Das andere Petersburg
„...[es] stellt sich schon Vorfreude darüber ein, dass uns alle ein besonders schönes Petersburg erwartet. In den Medien sind viele Berichte Über die neurenovierte Stadt, die 300-Jahr-Feier und die weißen Nächte zu verfolgen – und das alles nur für uns!“ So schrieb Frau Professor Erdinger in ihrem Elternbrief über St. Petersburg. Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch. Ebenso groß war mein Schrecken bei meinen ersten Eindrücken.
Nach der Ankunft in Helsinki (die letzten Worte des Kapitäns vor dem Abflug in Wien, der sich um eine halbe Stunde verzögerte, weil etwas am Flugzeug nicht funktionierte, waren: „The plane is quite okay“ ...sehr vertrauenserweckend, nicht?), einer Besichtigungstour durch die Stadt (wo jeder versucht hat, sich finnische Euro-Münzen zu besorgen) und einer siebenstündigen Busfahrt mit einem Zwischenstopp bei äußerst ungut dreinschauenden russischen Grenzsoldaten zur Visakontrolle kamen wir im „Venedig des Nordens“ an.
Da ich sehr erschöpft war, bekam ich nur schleierhaft mit, dass wir in zwei kleinere Busse umstiegen und getrennt zu unseren Häusern gebracht wurden, in denen wir wohnen sollten. Das war der nächste Schock: Der veraltete, typisch sozialistische Plattenbau (ich habe geschätzt, dass er aus den 60ern ist; später erfuhr ich, dass er gerade einmal zwölf Jährchen alt ist) mit den hässlichen Betonstützen und der renovierungsbedürftigen Fassade könnte doch nicht im Ernst unsere Wohnstätte für die nächsten zwei Wochen sein?! Doch zum Glück war ich zu müde, um das gesamte Ausmaß der Situation zu realisieren. Es störte mich dann auch kaum noch, dass der Lift, mit dem wir in den zehnten Stock fuhren, nach Urin stank und mehr wackelte als das Flugzeug auf dem Hinflug (und das war schon bei Gott nicht ruhig gewesen!).
Wegen
meiner Müdigkeit warf ich mich dann auch sofort ins Bett, nachdem ich herzlich
von der Familie begrüßt worden war – auf Russisch selbstverständlich, weil
niemand von unseren Betreuern auch nur ein Wort Englisch oder Deutsch sprach.
Die
nächsten Tage verliefen schnell: Montag bis Freitag gingen wir von zehn bis
zwei in die russische Sprachschule („Liden & Denz“), in der unsere
Lehrerin Lidija uns Einiges beibrachte. Ich bin begeistert, wie viel Russisch
ich immer noch kann. Die Nachmittage verliefen im Gegensatz zu den Vormittagen
immer anders: Wir schauten uns verschiedene Museen, Plätze und Denkmäler
an – Eremitage, Peter-Paul-Festung und Aurora, um nur einige Höhepunkte zu
nennen.
Auch das
Leben bei meiner Familie normalisierte sich – obwohl ich niemals so leben könnte,
begann ich es bereits nach ein paar Tagen recht gemütlich zu finden. Ich
probierte meinen neuen Wortschatz in „Gesprächen“ mit der Familie aus,
konnte mich aber nicht wirklich verständigen – ich war stolz darauf, als
ich fragen konnte: „Wann ist das Essen fertig?“ und auch die Antwort
verstand!
Etwas anderes wurde mir in dieser Zeit auch klar: Petersburg ist die reine „Vorzeigestadt“. Es gibt sehr viele schöne Gebäude, gigantische Denkmäler und großzügig angelegte Plätze, aber sobald man in eine Seitengasse kommt, ist es aus mit dem unglaublichen Prunk. Dann schaut Petersburg genauso aus, wie ich mir - als noch nie in Russland gewesener Europäer – eine „normale“, nicht sehr reiche russische Stadt vorstelle.

Und trotzdem (oder vielleicht auch deshalb) gefiel mir Petersburg sehr. Die schönen, reich verzierten Gebäude waren natürlich imposant, aber das, was mich wirklich fasziniert hat, war dieses typisch russische Leben, das wir durch das Zusammensein mit der Familie vermittelt bekommen haben.
Obwohl ich meine ersten Eindrücke in den ersten Absätzen sehr negativ dargestellt habe, fand ich das Leben in Russland sehr angenehm. Es war eine neue Erfahrung, und ich glaube, im Nachhinein sagen zu können, dass sie sich ausgezahlt hat. Und ich habe noch etwas Wichtiges gelernt: Wie schön es ist, wieder nach Hause zu kommen, und in welchem Luxus wir hier leben.
Alex Tolios

Herzlichen
Dank allen, die durch ihre (materielle) Unterstützung dieses Projekt ermöglichten!