Russisch – Olympiade

Die 11. Russisch – Olympiade fand am 27. April 2004 im Russischen Kulturinstitut (1040 Wien, Brahmsplatz 8) statt.

Die Teilnehmer und Teil­nehmerinnen mussten in zwei Kommissionen ihre Sprachkenntnisse unter Beweis stellen. Sie sollten in der Lage sein, über sich, ihre Familie, ihre Schule, ihre Freizeitgestaltung und andere Interessen zu er­zählen und auf die Fragen der Kommissions­mitglieder zu antworten. Diese setzten sich aus Lehrenden der russischen Sprache an der Uni­versität und an Gymna­sien zusammen, sie wurden aber auch diesmal wieder von Lehrerinnen und Schüler/innen aus der Schule der Russischen Botschaft in Wien unterstützt. Außerdem wurden die Kandidatin­nen zu einem Text befragt und mussten als „Kür“ ein Gedicht aufsagen (oder eine andere künstlerische Darbietung geben). In der zweiten Kommission wurden The­men aus dem Bereich „Landeskunde“ und „Kultur“ geprüft.

Am Vorbereitungskurs, der seit September als unverbindliche Übung abgehalten wurde, nah­men folgende Schülerinnen der 3B regelmäßig teil: Magdalena Fleming, Hanna Haas, Nicole Jurjew, Anna Nessmann, Kerstin Oberhauser, Sarah Schilk, Ines Vitek.

Außer Hanna und Ines tra­ten alle zu den Prüfungen an. Dienstag Nachmittag gab es die Mög­lichkeit, kurz die Russische Bot­schaft und ausführlicher die Russische Kirche zu besu­chen. Am nächsten Tag fand im Russischen Kul­turinstitut die Preisvertei­lung statt. Alle Schülerin­nen der Stubenbastei haben mit großem Erfolg teilge­nommen und Urkunden und Preise mit nach Hause bekommen. Eine von ihnen, Anna Nessmann, wird unsere Schule bei der Interna­tionalen Olympiade in Moskau, die im Juni stattfindet, vertreten.
Allen ein herzliches Dankeschön für ihr Engagement und herzliche Gratulation! Regina Erdinger

 

Die Vorbereitungsstunden


Alle anderen durften nach Hause gehen, nur wir sieben „Armen“ mussten noch in der Schule bleiben! Ein bisschen neidisch war wohl jede von uns. Denn auch wenn die Teilnahme frei­willig war, mussten wir für Rusol, wie wir das Fach abgekürzt nannten, auch lernen. Es ist nicht leicht gewesen, sich all das zu merken! Doch zum Glück hatten wir auch jede Menge Spaß. Vor allem vor dem Auf­tauchen  von Frau Erdin­ger konnte man gut trat­schen. Aber auch die Stunden selbst waren sehr abwechslungsreich; von Sprechchören bis zu Lachrunden kam alles vor. Nur das Üben da­heim war unangenehm. Aber alle Informationen, die wir er­halten haben, waren sehr interessant. Wenn ich die Stunden bewerten müsste, würde ich ein dickes „Sehr Gut!“ geben.

Die Olympiade

Die letzten Fluchtversuche waren gescheitert. Nervös saßen wir, die fünf „Mutigen“, im Warteraum des Russischen Kulturinstitutes. Endlich (?) war es so weit: die ersten drei wurden „abgeführt“. Wir kamen in einen separaten Raum. Man legte uns Texte vor, über die wir dann erzählen mussten. Nach zehn Minuten wurde die Erste aufgerufen, dann kam ich an die Reihe. Vier „Richter“, also vier Kom­missionsmitglieder, und zwei russische Schüler sa­ßen mir ge­genüber. Es war nicht ganz so schlimm wie erwartet, wenn man die ganzen Peinlichkeiten nicht rechnet. Erst die Begrü­ßung, die Fragen nach den Hobbys, die Fragen über den Text und das Vortragen des gelernten Gedichtes. Danach wurde man entlassen und wieder in den War­teraum geführt. Wir bekamen unsere Themen zur Landeskunde und hatten wieder etwas Zeit, uns Notizen zu machen. Dann führte man uns zur zweiten Jury. Dort war es aus meiner Sicht einfacher, wir mussten nur reden, reden, reden, und am Schluss noch so tun, als ob man alle Fragen verstehen würde und darauf irgendetwas antworten. Die ganze Vorstellung von uns kam uns selber vor wie eine Riesen­katastrophe, doch von Frau Erdinger und einzelnen Jury­mitgliedern hörten wir seltsamerweise nur Lob. So schlecht waren wir anscheinend doch nicht gewesen. Aber schade war es doch, dass nun alles vorbei war....

Anna Nessmann  

Ich habe die Teilnahme an der Russisch-Olympiade anfangs genossen, bereut, genossen, … .

Genossen einerseits, weil alle aus meiner Familie auf mich stolz waren, bereut andererseits, weil wir zu­sätzlich zu den anderen Fächern etwas lernen mussten.

 

 

 

 

Angefangen hat alles vor acht Monaten. Und nach dieser langen Zeit harten Trainings haben wir, Frau Erdinger, Nicole, Sarah, Kerstin, Karo und meine Wenigkeit, uns um 8.15 Uhr auf dem Stephansplatz getroffen und sind zusammen in den vierten Bezirk gefahren. Alle waren natürlich schrecklich aufgeregt und Frau Erdinger hatte alle Hände voll zu tun uns zu beruhi­gen. Als wir langsam, aber zittrig dem russischen Kulturinstitut näher kamen, entdeckten wir eine Auslage mit russischen Bil­dern. Eine Weile standen wir davor. Da sah ich plötzlich das Schild mit der Aufschrift: „Rus­sisches Kulturinstitut“. Sofort ergriff ich meine Chance und deckte das Wort „Russisches“ ab. Steif und fest versuchte ich zu behaupten, es wäre das „Englische Kulturinstitut“, ob es das nun gibt oder nicht, doch irgendwie bekam Frau Erdin­ger heraus, dass dies nicht stimmte. Vielleicht lag es an den Russischen Zetteln die in einem Glaskasten darunter hingen, viel­leicht aber auch weil sie schon öfter dort war, jeden­falls gin­gen wir weiter.

Dann standen wir mit teil­weise wehleidigen, teils belustigten Blicken vor ihm. Und schon waren alle, so schnell hatte ich gar nicht schauen können, auf dem Kinderspielplatz, der vor dem Institut war.

Ich ließ mich überreden auch hineinzugehen. Nicole und Karo schaukelten in einer Korb­schaukel, ich versuchte auf einer Rutsche zu rutschen die mir zu schmal und zu kurz war, und Kerstin und Sarah wippten, mehr oder weniger, auf einer Wippe.

Nachdem wir uns ausgetobt hatten, wie man sich eben mit eleganten Hosen und Röcken aus­toben konnte, gingen wir die paar Schritte zum Eingang des Institutes.

Ein krampfhafter Versuch meinerseits, doch noch irgendwie wegzukommen, missglückte. Dabei war die Ausrede so schön:“ Da sind wir also. Tja, wir haben alles gesehen, gehen wir wieder!“

Nachdem wir uns, vor Nervosität zitternd, die Stiegen in den zweiten Stock hinauf geschleppt hatten, standen wir vor einer Tür. Wir dachten uns schon, dass die Zimmer von einer Tür ge­schützt würden, aber diese Tür! Gut ich gebe zu, ich kann mich an sie nicht mehr erinnern, aber das ist auch egal, denn uns klopfte das Herz nicht mehr ganz bis zum Hals, als wir he­reinkamen und Frau Maier sahen, unsere Englischprofessorin. Orangensaft, Soda oder Oran­gensaft mit Soda trinkend saßen wir im Warteraum und redeten über die gute, alte Zeit, wo wir zum ersten Mal russisch gesprochen hatten.

Dann kam ein Herr herein und rief Karo, Nicole und mich auf. Wir gingen in den Raum, wo schon Frau Maier stand und uns Zettel reichte. Wir sollten zwischen drei Themen wählen. Nicole und Karo sagten sofort zwei und drei, ich kannte mich nicht gleich aus und bekam den Text Nummer eins.

Wir hatten Vorbereitungszeit, um uns den Text einzuprägen. Nicole und Karo kamen vor mir dran. Doch dann musste auch ich zur Jury.

Ich ging hinein, und nachdem sie mich über meine Hobbies, meinen Hasen und meine Lieb­lingsbücher abgefragt hatten, sollte ich ein Gedicht vortragen. Als ich fertig war, setzte ich mich wieder hin, doch die Jury-Mitglieder meinten, dass ich schon gehen konnte.

Natürlich hatte ich nichts dagegen und ging fröhlich hinaus, im Glauben die gesamte Russisch Olympiade überstanden zu haben. Prompt lief ich dem Herrn über den Weg, der uns schon vorher zum Vorbereiten geholt hatte. Er sagte zu mir: „Hast du die erste Kommission schon hinter dir?“ Ich nickte, was auch immer eine Kommission war. „Aha, ja, dann kannst du dich auf die zweite vorbereiten!“ Moment, die zweite? Oh je, dachte ich mir, doch nicht alles hin­ter mir....

Ich bereitete mich für die zweite Kommission vor und ging dann, von Frau Erdinger begleitet, zur zweiten Jury. Nach kurzer Zeit und ziemlich leichten Fragen, waren wir alle fertig.

Danach gingen wir in einen Eissalon und feierten. Der Höhepunkt war aber, dass Frau Erdin­ger uns das Eis spendierte!

Diesen Aufsatz beende ich mit den Worten: Ich habe es auf keinen Fall bereut!!!!

Magdalena Fleming

По - русски, пожалуйста! Auf Russisch, bitte!

 
„Ganz ruhig, Nicole, reg dich nur nicht auf, sonst wird alles nur noch schlimmer!“ Diese Worte dachte ich mir am 27. April 2004 zirka jede Minute zehn Mal. Mit einem Wort: Ich war sehr aufgeregt! Der Grund dafür hört sich eher nach einer Lappalie an, aber ich denke, nur für diejenigen, die nicht an dem Wettbewerb teilnahmen - an der 11. österreichischen Russischolympiade. Ich war vor keiner Schularbeit so aus dem Häuschen wie an besagtem Tag, obwohl wir sieben Mädchen aus der Russischgruppe der 3B uns mit Hilfe von Frau Pro­fessor Erdinger monatelang vor­bereitet haben! Von diesen sie­ben nahmen allerdings nur fünf an dem Wettbewerb teil. Ich weiß nicht, ob das der Grund war, warum es auf der Hinfahrt zum russischen Kulturinstitut so still war, oder ob es einfach daran lag, dass alle sehr aufge­regt waren. Eigentlich war ja gar kein Grund dazu da, denn man hatte ja nichts zu verlieren! Aber zu gewinnen: die Erstplatzierte unserer Gruppe nimmt an der 11. Internationalen Russisch­olympiade in Moskau teil. Das Ganze war nicht so „mörderisch“, wie wir es uns vorgestellt hatten. Die Kommissionsmitglieder hatten weder schwarze Kutten an und hielten Sensen in der Hand, noch saßen sie auf meterhohen Richterstühlen. Die Atmosphäre war gespannt, aber nicht ungemütlich. Es roch nach Papier, Computer, Büro, keinesfalls jedoch nach strengen Prüfern! Im Gegenteil, die Leute waren sehr nett, zumal unsere Englischlehrerin in der Kom­mission saß. Im Aufenthaltsraum setzten wir uns auf weiche Stühle und zappelten mit Füßen und Händen, unterhielten uns und versuchten, die Ruhe vor dem Sturm zu bewahren. Dann wurden die ersten drei aufgerufen, was natürlich Adrenalinstöße und Händezittern hervorrief. In Ohnmacht fiel aber niemand!

 
Nach zirka einer Stunde war der Spuk vorbei. Als Belohnung wurden wir von Frau Erdinger zum Eisessen eingeladen, wobei wir uns beruhigten und die weggeworfenen Nerven wieder aufsammelten. Tags drauf fand die Preisverleihung statt. Dieses Spektakel dau­erte auch nur eine Stunde. Unsere Na­men waren die ersten, die genannt wurden, da wir auch die erste Gruppe waren. Das war einerseits gut, da wir dann nicht mehr so gespannt waren, andererseits war es dann schier unmöglich aus­zuharren, bis die anderen Teilnehmer ihre Preise ent­gegennahmen - schließlich und endlich mussten wir doch unseren Eltern die frohe Botschaft überbringen! Und frohe Botschaften waren es für alle, denn das Motto lautete, woran uns auch unsere Lehrerin erinnerte: „Dabei sein ist alles“!
Nicole Jurjew