Politiker
diskutieren mit Schülern
über folgende Themen
Unser Projekt Schüler und Politik – Politik und Schüler
hat in der Auswertung der Fragebögen ergeben, dass ein politisches Interesse
bei den Schülerinnen und Schülern vorhanden ist.
Um in der Umsetzung des Unterrichtsprinzips Politische Bildung auch einen aktuellen
und praktischen Bezug herzustellen, ist es mir zum dritten Mal gelungen Spitzenpolitiker
aus allen politischen Lagern ( Dieter Brosz- die Grünen, Werner Amon –
ÖVP, Heinz-Christian Strache – FPÖ, Uwe Scheuch- BZÖ, Alfred
Gusenbauer- SPÖ, Ernest Kaltenegger – KPÖ,- die Reihenfolge
der Aufzählung ergibt sich aus dem Datum des Besuchs) für eine Diskussionsrunde
in unserer Schule zu gewinnen.
In den Diskussionen, die auf hohem Niveau stattfanden, hat sich gezeigt, dass
man auch kontroversielle Standpunkte in respektvoller Weise diskutieren kann.
Daher muss, ich allen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern (7A,
7B,7C,8A,8B,8C, WPF/GSK 6B,6C und POB) ein großes Kompliment für
ihr Interesse und ihre Disziplin bei den Diskussionen aussprechen.
Mag. Degenhart Christina
Dieter
Brosz- die Grünen: 20. März 2006
- Verbesserte Rahmenbedingungen
um die Wahlmöglichkeiten des Schulzweiges zu optimieren.
- Beseitigung von individuellen
Schwächen durch Förderung / Sprachförderung.
- Projektarbeit.
- Differenzierung sollte
später erfolgen.
- Sozialen Ausgleich schaffen.
- Ziel der Grünen
bleibt es, binnen 8 Jahren 50 % mehr Studienplätze auf europäischem
Niveau.
- Studiengebühren
überdenken.
- Einführung der
Grundsicherung für Alle.
- Gleichgeschlechtliche
Ehe und Adoptionsrecht.
- Integrationspolitik-
klare Richtlinien.
- Staatsbürgerschaftstest
sinnlos.
- Gesteuerte Zuwanderung
nach Qualifikation
Werner Amon -
ÖVP: 22. März 2006
- Streichung von Stunden
- kein Bildungsabbau.
- Keine Gesamtschule unter
ÖVP.
- Österreichische
Studenten -international konkurrenzfähig.
- „Eh keine Beschränkungen“
- Quotenregelung( 80%
Österreicher, 15% EU-Bürger, 5% andere Staaten) ab Herbst - das
ist ein Erfolg Ministerin Lisl Gehrers.
- Gegen gleichgeschlechtliche
Ehen. Keine Adoptionsrechte.
- Dialog an der Spitze
ist wichtig für ein besseres Verständnis der Bevölkerung des
Islams
- Koalition war nur mangels
anderer Möglichkeiten zur Schwächung der FPÖ geschlossen worden;
(„...und das ist ihr gelungen“)
- Einflussnahme der Kronen
Zeitung und des ORF auf die Politik („Mit dem Vorschlag einer Privatisierung
rennen Sie mir offene Türen ein“)
Heinz-Christian
Strache – FPÖ: 3. April 2006
- Hoher Ausländeranteil
an den Schulen, vor allem in Großstädten wie Wien und Graz....
Lösung: separate Klassen für Kinder, die die deutsche Sprache erlernen
müssen, dann erst Eingliederung in normalen Schulablauf (Beispiel: Finnland)
- Senkung der Schülerzahlen
in den Klassen
- PISA- Studie zeigt,
dass die Bildung im öffentlichen Schulbereich stark abgenommen hat
- Rekordarbeitslosigkeit
seit 1945
- Massiver Sozialabbau
- Wichtiger Punkt: Entlastung
des Mittelstands
- Kritik an Finanzinitiativen
die völlig unnötig sind, z.B. Abfangjäger
- Austritt aus der EU:
eventuell mit der Schweiz einen neutralen Block bilden;
- Einschränkung der
Entscheidungsfähigkeit, da 60% der Gesetze in Brüssel beschlossen
werden
- Notwendigkeit von Anpassung
im jeweiligen Gastland („...meine Frau darf auch keinen Minirock in
Saudi-Arabien tragen.“)
- Probleme der Integration
durch Ghettobildung
- FPÖ – einzige
Partei, die diese Probleme anspricht
- FPÖ zeigt Demokratiebewusstsein
indem sie mit jeder Partei gesprächsbereit sind
- Drogenkriminalität:
„Nicht alle Ausländer sind Drogendealer, aber alle Drogendealer
sind Ausländer“
- FPÖ führt
keinen rassistischen Wahlkampf. Sie überzeichnet nur, um auf Probleme
aufmerksam zu machen.
Dr. Alfred Gusenbauer
- SPÖ: 5. April 2006
- Letztes Kindergartenjahr
als „Vorschuljahr“; damit ließe sich auch die Sprachproblematik
(Deutsch nicht als Muttersprache) begleichen
- 1,7 Mio. der 8 Mio.
Einwohner sind nicht in Österreich geboren und bald wird die Hälfte
aller Schulanfänger Deutsch nicht als Muttersprache haben
- Mehr Ganztagsschulen,
damit Eltern zwischen Halbtags- und Ganztagsschulen wählen können
- Herkunftsunterschiede
werden im Schulsystem beibehalten
- Die finnische Gemeinschaftsschule
der 7-16 -jährigen ist vorteilhaft
- Abschaffung der Studiengebühren
- Mehr Studenten bedeutet
besserer Uni-Standort
- Die Schaffung von „Ausländerklassen“
ist der falsche Weg
- Klassenschülerzahlen
sind zu groß
- „Reiche werden
immer reicher, Arme immer ärmer“ – Armutsvermeidung: 1 Mio.
Menschen sind gefährdet; 400000 Menschen leben in Armut
- Einführung der
Mindestsicherung von 765 Euro
- Enorme Entwicklung von
„Minijobs“ bzw. geringfügig Beschäftigten
- In letzter Zeit gingen
90000 Ganzarbeitsplätze verloren
- Trotz Sparpakete und
Einsparungen stieg das Defizit
- Beschleunigung der Asylverfahren
- Einführung eines
Asylgerichtshofs
- „Wenn Integration
fehlschlägt, bilden sich Kulturinseln – dadurch tauchen Probleme
auf“
- Thema BAWAG: Politik
sollte sich aus Bankgeschäften heraushalten; lange Medienpräsenz
würde den Bankgeschäften schaden
- Der Einfluss eines Parteichefs
gegenüber der Gewerkschaft wird überschätzt
- Für 100% Verkauf
der Bank
- Türkeibeitritt
ist unter den derzeitigen Umständen (Menschrechte, Demokratiedefizit)
nicht vertretbar
DI. Uwe Scheuch
– BZÖ: 19. April 2006
- Ausbildung ist sehr
wichtig
- Abschaffung der 2/3-Mehrheit
im Bildungssystem – wichtiger Meilenstein
- Die Höhe der Studiengebühr
ist vernachlässigbar. Sie hat jedoch einen gewissen Regulationseffekt.
- Stundenkürzungen
waren ein Fehler
- Zuviel Sozialpolitik
kann schaden. Man müsste die „schwarzen Schafe“ herausfiltern.
- Familienpolitik ist
der Schlüssel zur Zufriedenheit
- Förderung des Mittelstands
- Bundeseinheitliches
Jugendschutzgesetz
- Stärkung der Klein-
und Mittelbetriebe; Privatisierung ist oberstes Ziel, das der Staat ein schlechter
Unternehmer ist.
- „Arbeitslosenrate
ist so hoch wie noch nie, aber es ist auch die höchste Beschäftigungsrate
wie noch nie.“
- Für strengeres
Asylgesetz
- Bei Langzeitarbeitslosigkeit
von Ausländern -> Abschiebung ins Herkunftsland
- Ortstafelstreit in Kärnten
muss durch Konsens gelöst werden
- FPÖ nimmt Probleme
auf, bietet aber keine Lösungen, daher Abspaltung des BZÖ, das Lösungsansätze
anbietet
- Gleichgeschlechtliche
Partnerschaft: ja; Gleichgeschlechtliche Ehe: nein, auch keine Adoption
- ORF ist von Parteipolitik
beeinflusst; Qualität der Sendungen ist gesunken (Soaps)
Ernest Kaltenegger
- KPÖ: 28. April 2006
- Jugendliche mit nicht
so reichen Eltern haben es schwerer eine gute Ausbildung zu bekommen
- Studiengebühren
sind für viele eine große Hürde -> Die Kosten für
18 Eurofighter verschlingen die Studiengebühren der nächsten 50
Jahre
- Frühe Entscheidung
über den Bildungsweg ist schlecht; Deswegen Einführung einer einheitlichen
Gesamtschule bis zum 15. Lebensjahr
- Ausgaben für Bildung
sollten höher sein
- Grundsicherung
- EU mit „Battlegroups“
ist ablehnenswert, da weltweite Einsätze gefordert wären
- EU = „Europa der
Generäle und Konzerne“
- „Würde die
EU in die EU eintreten wollen, könnte sie die Kriterien selbst nicht
erfüllen.“
- Zahl der Armutsgefährdenden
nimmt ständig zu
- Keine Ghettobildung,
da das die Probleme verschärft
- Integration bedeutet
nicht: Aufgeben der eigenen Identität
- „Proletarier alle
Länder vereinigt euch!“ hat heut immer noch Gültigkeit, wenn
es darum geht die Arbeitsbedingungen der Menschen zu verbessern
- „Links von der
SPÖ ist noch enorm viel Platz.“
- Änderung des Namens
wäre „Etikettenschwindel“. „Man muss zu seiner Vergangenheit
stehen.“
- „Sozialismus kann
nicht ohne Demokratie funktionieren.“
- „Obwohl Österreich
gegen die Nutzung der Atomkraft ausgesprochen hat, muss es jährlich 40
Mio. Euro an EURATOM zahlen.“
- „Umverteilung
von Reich zu Arm.“ -> Besteuerung von Grundbesitz und Immobilien