Brötchen und Getränke beim Bundespräsidenten

 

Ein Saal in der Wiener Hofburg, voll mit Schülern. So voll, dass die Sessel ausgehen und ein paar Unglückliche stehen müssen. Heinz Fischers Einladung in die Hofburg anlässlich des 65. Jahrestages der Gründung der Zweiten Republik wurde also von einigen Wiener Schulen durchaus gut aufgenommen.
Auf dem Programm stand zunächst eine Dokumentation über das Ende des Zweiten Weltkrieges, die – zumindest für mich persönlich – nicht besonders eindrucksvoll war: lediglich eine Aneinanderreihung der Befreiungsgeschichten der einzelnen Bundesländer, kaum etwas über die eigentliche Entstehung der Regierung.
Nach einer einleitenden, zwar etwas langatmigen, aber durchaus nicht schlecht vorgetragenen Erzählung des Bundespräsidenten über seine Erinnerungen an die Kriegszeit kam es zum Hauptpunkt des Programms, zur Diskussion, geführt hauptsächlich von zwei Schülern, die eine kurze Rede hielten und dann abwechselnd vorbereitete Fragen stellten. Gegen Ende durften auch wir Fragen stellen, für eine Diskussion blieb wenig Zeit. Bundespräsident Heinz Fischer bewies einmal mehr seine großen diplomatischen Fähigkeiten, viel zu reden, ohne sich festzulegen. Es gab zwar manche Antworten, in denen er – wenn auch sehr zurückhaltend – seine persönliche Meinung verriet. Der im Wahlkampf geäußerten Kritik, dass er als Bundespräsident untätig sei, hielt er entgegen, dass es nicht unbedingt im Sinne des Staates sei, wenn er Skandale erzeuge. Insgesamt wirkte Dr. Fischer, souverän, er antwortete auf alle Fragen selbstsicher und ohne Verzögerung und sympathisch. Das dürften einige andere auch so gesehen haben, zumindest gab es nach seinem Auftritt Applaus. Der könnte aber natürlich auch der Österreich-Torte und den Brötchen, die im Anschluss verteilt wurden, gegolten haben.
Andreas Nessman, 7 B

ink: www.hofburg.at –Fotos 6A+7B